Jugenheim/Balkhäuser Tal – Bäume als Naturdenkmäler & Zarenfamilie

Bäume, Zarenfamilie-Naturdenkmal, was hat es damit auf sich?

Gerne lasse ich meinen Blick über Wanderkarten streifen und entdecke dort so manches Kultur- und Naturdenkmal. Immer wieder stelle ich fest, dass besagte Naturdenkmäler zwar auf Wanderkarten oder gar auf den Wandertafeln vor Ort vermerkt sind, aber in der Realität leider nicht mehr existieren. So auch auf meiner gestrigen kleinen Wanderung im hessischen Odenwald.

Ich war im Balkhäuser Tal (Seeheim-Jugenheim/Balkhausen) unterwegs. Der große Parkplatz Talhof befindet sich zwischen Jugenheim und näher zu Balkhausen oberhalb des Quaddelbachs. (Beim Spiel Stadt-Land-Fluss ist ein Fluss mit Q 20 Punkte wert!) Man gelangt über eine Holzbrücke zum Grillplatz. Eine große überdachte Hütte und mehrere Tische und Bänke drumherum.

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Talhof

Der Talhof ist heute ein Reiterhof, zuvor Hühnerfarm, Obstplantage und  Schnapsbrennerei. Zuvor war es Hofgut des Jugenheimer Klarissenklosters auf dem Heiligenberg. 1413 fiel es dem Kloster Lorsch zu. Mitte des 17. Jahrhunderts fiel der Hof wüst und wurde dann von der Familie Biedenbender mit dem markanten Gebäude mit Treppengiebel wieder errichtet. In der Jugenheimer Ortschronik liest man, dass während der Pestepidemie 1667 von den sechs Kindern des damaligen Besitzers Biedenbender  nur eins, Christoph, überlebte.Jahrhundert.  1803 kam der Talhof zum Großherzogtum Hessen, um dann 1910 in Privatbesitz zu kommen.

Man folgt der Fahrstraße (Wanderweg 5/6) weiter bergauf, um nach dem letzten Haus/ Koppel rechtsseitig eine mächtige Wurzel mit Buche zu sehen. An der nächsten größeren Wegekreuzung nach rechts, um nach wenigen Metern (wenn der Wald endet) rechts einen halben Baumstumpf mit Efeu überwuchert zusehen. Dies war/ist die sognannte Kaiserbuche, die bereits schon länger nicht mehr in Gänze besteht und trotzdem auf manchen Karten noch als Naturdenkmal (ND) verzeichnet ist. Der Baum kam während eines Spazierganges des russischen Kaiserpaares (Zar Alexander II, 1818-1881 und Zarin Marie, 1824-1880), die sich fast jeden Sommer mehrwöchig auf dem Heiligenberg in Jugenheim aufhielten, zu seinem Namen. Auch damals war die Buche schon ein prächtiger Baum. Die Zarenfamilie ließ ein Schild anbringen: „Kaiserbuche 14.9.1864″.

Selbst wenn es heute nur noch ein halber Stumpf ist, so ist doch das Wissen um den Baum und den Platz herum interessant und bewegend.

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links Kaiserbuche im Balkhäuser Tal im Odenwald

Folgt man dem Weg weiter, hat man u.a. von der linksseitigen Bank einen tollen Blick gen Westen auf den Melibokus von hinten. Immer Weg 5/6 folgen und an der rechtsseitigen Weggabelung 5 bestand ebenso einmal ein riesiger alter Baum (Stumpf). Doch wir gehen geradeaus bergauf, um an der großen Kreuzung wieder geradeaus talwärts zu wandern (Hinweisschild Hotel Brandhof). Bei nächster Weggabelung (Nr. 6 scharf links, rechts Fahrweg zu den Höfen Hainzenklingen, ja im Niemandsland wohnen noch Menschen 😉 ) und wir bergab geradeaus (dieser Weg ohne Nummerierung).

Nach einer Weile sieht man schon von weitem rechts eine große Eiche – die Schwarzenberg Eiche. Sie ist auf den Karten nur als besonderer Baum, aber nichts als ND verzeichnet. Der imposante Baum ist rund 200 Jahre alt und nach dem Baron Alexander von Schwarzenberg, der einst große Ländereien in Jugenheim hatte, benannt.

Meine Wanderung hat mit Pause und Irrweg rund 1,5 Stunden gedauert. Es ist nahezu immer eine geteerte Straße, die auch schon mal bessere Zeiten gesehen hat. Ich vermute wegen den 2-3 Häusern die es dort gibt.

Für Kinder geeignet – Wald sowieso immer!

Einkehrmöglichkeiten in Balkhausen, Jugenheim (u.a auf dem Heiligenberg mit Infozentrum!) und im Stettbacher Tal (ca. 30 min) von der Eiche entfernt der „Brandhof“ (Restaurant, Café mit Terrasse und kleinem Spielplatz)(z.B. Holzeisenbahn!)).

 

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