Weimar – ehemaliges Kinderkurheim

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Das Gebäude der heutigen Jugendherberge „Auf dem Ettersberg“ in Weimar besitzt eine wechselvolle Geschichte. Um 1920 wurde es als Kurheim für an Tuberkulose erkrankte Kinder erbaut. Es besaß zwei Schlafsäle im Erdgeschoss -für Jungs und Mädchen getrennt. Der Speisesaal ist noch original erhalten. In der NS-Zeit sollen SS-Angehörige dort gewohnt haben. Zu DDR-Zeiten ist wieder ein Kinderwaldheim (Kur) entstanden, dann stand es leer und seit ein paar Jahren Jugendherberge.

Der alte Charme ist erhalten geblieben, keine „typischen Jugendherbergsfarben“ (Buche, blau-, lachsfarben), eher mutet es an eine größere Holzhütte (in hellbeige und dunkelbraun) an. Im Obergeschoss ein Erker, im Erdgeschoss  eine langgezogene Terrasse, Speiseaufzug und Essensausgabefenster und der schöne Speisesaal. Die Möblierung in zwei 2 Aufenthaltsräumen (Erker und Diele davor) sind schon ziemlich in die Jahre gekommen und wirkt ein bisschen lieblos. Die Zimmer haben alle Dusche und WC, alles bisschen eng, aber funktionell. Wir hatten das Glück, dass nur sehr wenige Gäste da waren, so war es herrlich ruhig, aber wenn die Bude voll ist, dann … wird es ziemlich hellhörig.

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Wir hatten Halbpension und waren sehr zufrieden, insbesondere mit dem warmen Abendessen. Nur die Brötchen schienen Aufbackbrötchen gewesen zu sein, die waren nicht sooo lecker.

Ein klassisches Bistro gibt es nicht, man bestellt am Rezeptionstresen seine Getränke und Eis. Der Getränkeautomat hat nur 0,5l-Flaschen. Tip: zuvor in der Stadt sich mit 1l Flaschen eindecken.

Im Außenbereich sind noch Bungalows aneinandergereiht, 2-10 Personen, plus Veranstaltungsraum.  Vor den „Reihenbungalows“ gibt es ein schon sehr in die Jahre gekommenes Schwimmbad (ca. 8x5m ich kann so schlecht schätzen), wie tief es ist, weiß ich nicht, da es jetzt im April eine Überdachung hatte. Es ist jedoch im Sommer freigegeben! Außerdem gibt es noch einen kleinen Spielplatz und ein großes zentrales Beachvolleyballfeld, Basketball und Bolzplatz. Ein ziemlich vermodertes „Indianerzelt“ als Grillplatz rundet das Außengelände ab.

Die Herberge liegt mitten im Wald, nahe der „Prinzenschneise“ und der ehemaligen Buchenwaldbahn (nicht mehr existent). Es war wunderschön, morgens von dem lauten fröhlichen Vogelgezwitscher geweckt zu werden! Vom Weimarer Hauptbahnhof gelang man alle 30min mit den Bussen der Linie 6  Richtung Buchenwald/Ettersberger Siedlung, Haltestelle Obelisk bzw. Buchenwaldstraße zur Herberge. Davon sind es, leider an einer vielbefahrenen Straße OHNE Bürgersteig, durch den Wald leicht bergab noch ca. 500m (keine Beleuchtung).

Es war eine schöne Zeit dort in der Herberge, auch wenn ich im Speisesaal öfters daran dachte, wer wohl in der NS-Zeit dort gesessen haben mag. Ob man die Bauarbeiten der nah gelegenen Bahnstrecke gehört hat? Von der Bahnstrecke berichte ich in einem anderen blog.

 

 

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