Archiv der Kategorie: Allgemein

Jägersburger Wald – Steinkreuz von 1618

Der Jägersburger Wald ist ein hessisches Waldgebiet im Ried zwischen Groß-Rohrheim, Langwaden, Fehlheim, Schwanheim, Einhausen, Hähnlein und Gernsheim und sehr geschichtsträchtig. Zuerst beschäftige ich mich mit dem Steinkreuz von 1613.

Dieses Sandstein-Kreuz (der rechte Kreuzbalken fehlt und die Verwitterung ist weit vorangeschritten) markiert die Stelle an dem ein Mann 1613 zu Tode kam. Es ist durch einen kleinen Zaun geschützt.  Um die Inschrift besser lesen zu können, habe ich den Stein mit Kreide bemalt und diese dann verwischt.

Steinkreuz im Jägersburger Wald

 

 

 

 

 

 

 

Inschrift lautet:  1613 DEN 15 APRIL IS(t) WENDEL DANTMA …HRHEIM AN DIESEM OR(t) … N  UNWISSENT WIE ER V…/ SEEL GOT GNA(d) // MILLE MODIS (LE)THI MISEROS/  (MORS) VNA (FAT) IGAT.

Übersetzung: Mit tausend Todesarten sucht der eine Tod die Unglücklichen heim. (lt.: http://www.inschriften.net/zeige/suchergebnis/treffer/nr/di038-0217.html#content )

Standort: Im Wald an der Straße zwischen Langwaden und Jägersburg (Groß-Rohrheim) an der L 3261. Von Langwaden kommend rechts auf dem Parkplatz „Küchengarten“ (ein Weg vor dem Wasserwerk)  parken. Die L 3261 überqueren und links in die Kreuzschneise hinein (an einem Baum hängt ein Schild  Kreuzschneise). Nach ca. 60m steht rechts das Steinkreuz.

Seeheim-Naturdenkmal & Gedenkstätte, Sanddüne, Hirsche

Ein Fahrradausflug , um das hessische Seeheim-Jugenheim herum führte mich zu einem Naturdenkmal (Sanddüne) und zu einer Art Gedenkstätte für zwei verendete Hirsche.

In der Nähe der Straßenkreuzung (B 3/ L 3303 – nördlich in Richtung Darmstadt, westlich vom Schuldorf und südlich vom Pferdestall) befindet sich das Naturdenkmal der Seeheimer Düne.

Das Hinweisschild ist leider nicht mehr so intakt und man findet es nur durch Zufall. Man muss zu diesem Zweck vom vielbesuchten Feldweg (westlich vom Seeheimer Teich) in einen eher unscheinbaren Weg in Richtung Straße (B3)  abbiegen.

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Die Seeheimer Düne ist als Natura 2000-Gebiet geschützt. Das kleine Dünenfragment weist artenreiche Bestände von Haar-Pfriemgras, Silberscharte und Zwerg-Sonnenröschen aus. Eine angepasste Beweidung durch Esel und Schafe soll die Fläche dauerhaft erhalten. Ich habe dort noch nie diese Tiere gesehen….

Im Landkreis Darmstadt-Dieburg entstanden diese Sandgebiete vor ca. 10.000 Jahren- Der Rhein lagerte hier Material aus den Alpen ab und ließ Binnendünenbiotope entstehen. Die Reste davon sind mit ihrer Artenvielfalt von überregionaler Bedeutung!

Weiter geht´s – den Feldweg  folgend in Richtung Straße. Vorsicht beim Überqueren der Straße! Am besten nutzt man die linksliegende Ampel. Dort Straße in Richtung Autobahn (A5) / Richtung Pfungstadt kurz entlang fahren. Bei der 1. Möglichkeit nach rechts unten abbiegen. Diesem Feldweg unterhalb der Straße nach Pfungstadt folgen und den 2. Weg (Waldweg) rechts abbiegen. Leichte Steigung und dann an der „T-Kreuzung“ nach links. Nach ein paar Metern kommt man zu einer Art Gedenkstätte, die schon ziemlich ramponiert aussieht!

dscf9138An dieser Stelle verkeilten sich zwei Hirsche mit ihrem Geweih ineinander und starben dort. Der Text zu diesem Ereignis  am 21. August 1756 steht im unteren vergitterten Teil und ist in Reimform verfasst. Oben drüber (ebenfalls vergittert) befand sich ein Gemälde, dass jedoch im Laufe der Zeit nahezu gänzlich verblichen ist.

Heute gibt es  noch eine Bank zum Ausruhen.

Wann die Anlage entstanden ist und wer sie initiiert hat, wäre spannend zu wissen!

Der Sterbeort der Hirsche heißt „Tabaksacker“ und die Umgebung „In der Eisengrube“ . Von beiden früheren Wirtschaftsformen ist heute nichts mehr zu sehen. Heute ist da nur Kiefern- und Laubwald.

Die Tour ist für Kinder geeignet.

100 Jahre Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) & Kulturmanager in der Bukowina

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Lang ist´s her – meine Zeit mit dem ifa als Kulturassistentin, heute nennt man die gleiche Stellenbeschreibung „Kulturmanager“, eine sprachliche Aufwertung. Ich war in Rumänien, genauer gesagt im Nordosten des Landes, im Bezirk Suceava. Die Region umfasst den Südteil der historischen Region: Bukowina/Buchenland. Die Bukowina war das östlichste Kronland der Österreichisch-Ungarischen Monarchie und bestand  1774-1918 mit den Amtssprachen Deutsch und Rumänisch. Danach wurde der Südteil Rumänisch und der Nordteil Ukrainisch (Czernowitz).Die Region war und ist eine multikultiges Sammelsurium an Ethnien und Religionen.

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Itzkany, Gebäude aus der k.und k. Zeit

Der Bezirk Suceava ist ziemlich  groß- reicht von den Karpaten bis zum „Flachland“ der Flüsse  Suceava und Siret. Letzterer mündet rund 400 km später ins Schwarze Meer.

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Blick von Luisenthal gen Pozoritta

Die Deutsche Minderheit in Rumänien hat sich in Regionalforen und Unterforen organisiert, um ihre Kultur zu bewahren, Sprachkurse anzubieten und vielem mehr. Mein damaliges Aufgabengebiet umfasste die unterschiedlichsten Facetten von  Kulturarbeit vom Kindergartenkind bis zum Senior beim Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien – Regionalforum Buchenland. Die Untergruppen (Deutsche Foren) des Regionalforums  bestehen in folgenden Orten (dt./rum. Name): Suczawa/Suceava, Radautz/Radauti, Sereth/Siret, Gura Humora/Gura Humorului, Kimpolung/ Campulung Moldovenesc, Watra Moldwitza/Vatra Moldovita und Dorna Watra/Vatra Dornei. Nähere Infos:  http://www.fdgr.ro/de/

Es war eine ganz schöne Autofahrerei von Suczawa/Suceava bis zum Deutschen Forum in Dorna Watra/Vatra Dornei (ca. 100km Landstraße =2 Stunden einfach), aber landschaftlich wunderschön!

Ich finde es immer angenehm zu wissen, wenn ich in Rumänien unterwegs bin, dass es diese Foren im Lande verstreut gibt und, dass man dort im wirklichen Notfall Hilfe und Rat oder ein nettes Schwätzchen in meiner Sprache (er-)halten kann. Hilfe und Rat, nur in Notfällen, man sollte die Gastfreundschaft nicht ausnutzen!

Belgische Bierkultur ist immaterielles UNESCO-Welterbe — freizeitundco

UNESCO würdigt Tradition und Vielfalt der Bierkultur Das belgische Bier gehört ab sofort zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Dies hat der zuständige Ausschuss der UNESCO nach seiner Sitzung am Mittwoch, 30.

über Belgische Bierkultur ist immaterielles UNESCO-Welterbe — freizeitundco

Ich bin zwar  kein Biertrinker, aber ich verbinde Belgien eher mit Schokolade. Kennt jemand belgische Biersorten?

 

Alsbach – Inschriften evang. Kirche

Die evangelische Kirche in Alsbach an der  Bergstraße hat einige interessante Inschriften im Außen- und Innenbereich.

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ev. Kirche Alsbach, Türbogeninschrift (außen), 2015

 

Am äußeren Türbogen der ersten Tür links auf der Nordseite (nicht der Haupteingang) sehen wir eine leider schon arg verwitterte  Inschrift, halbwegs zu entziffern ist: „AN(N)O 1571 30 AVG(VSTI) IO(HANNES) MEVRER KE….“

Der Keller  für das Amt Bickenbach (Johannes Meurer)  ist 1571-1595 auf dem Alsbacher Schloss nachweisbar. Es müssen der Inschrift nach 1571 Umbauten an der Kirche vollzogen worden sein und er als Keller hatte die Bauaufsicht inne. Weitere Baumaßnahmen erfolgten 1604.

nähere Infos: http://www.inschriften.net

 

Edersee – Niedrigwasser seltene Mauerreste sichtbar

Der Ederstausee hat momentan starkes Niedrigwasser, so dass man auch das Modell der Sperrmauer sehen kann!

Hier ein Foto von Heinrich Kowalski (bitte anklicken):

https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2FHessenschau%2Fphotos%2Fa.637552699629691.1073741828.594399277278367%2F1295787183806236%2F%3Ftype%3D3&width=500

Der Ederstaussee liegt in Nordhessen benachbart zum Nationalpark Kellerwald-Edersee (UNESCO Weltnaturerbe) und ist heute eine beliebte Ferienregion. Er ist der flächenmäßig 2.größte Stausee Deutschlands und der volumenmäßig der Drittgrößte.

1908-1914 errichtete man die Sperrmauer, um den Mittellandkanal und die Weserschifffahrt auch im Sommer mit ausreichend Wasser zu versorgen. Stromerzeugung und Hochwasserschutz wurden damit auch generiert.  700 Menschen mussten umgesiedelt werden und die Dörfer Asel, Berich, Bringhausesn und das Gut Vornhagen wurden teils abgebaut bzw. die Reste geflutet. Die Mauerreste der Klosterkirche in Berich sind bei Niedrigwasser zu besichtigen, die Weserbrücke bei Asel und die mit Beton übergossenen Friedhöfe.

1943 bombardierten britische Flugzeuge die Mauer. Durch das daraus resultierende Loch und die austretenden Wassermassen kam es zu einer Überschwemmungskatastrophe. Im gleichen Jahr wurde durch Zwangsarbeiter der „Organisation Todt“ alles wieder repariert.

Weitere Infos zu:  Bau der Sperrmauer, Bombardierung, Wiederaufbau und Instandsetzung       http://www.edersee.com/geschichte.html    und     https://de.wikipedia.org/wiki/Edersee

Ein Ausflug dorthin ist auch für Kinder interessant!

 

Alsbach-Darmstadt -Straßenbahn Impressionen

Einmal die hessische Bergstraße aus einer anderen Perspektive – als Mitfahrer einer Straßenbahn. Die Linien 8 und 6 verkehren auf der Strecke Alsbach – Darmstadt/Arheiligen.

Ich fand dieses Video auf youtube. Der jungeStraßenbahnfreak“ (mit der roten Straßenbahn) befährt die Darmstädter Linien.

Bei weiterem Interesse:  https://www.youtube.com/channel/UCT4UVJchpRZWC-oFPAfwphw

Im DFG-Projekt GeoPortOst wurde ein Set von mehr als 900 in Forschungsliteratur in versteckten Karten digitalisiert und zur Georeferenzierung online gestellt.

„Die Sammlung beinhaltet thematische Karten zur Geschichte, zu territorialen Veränderungen sowie zu sozio-ökonomischen Relationen in Ost- und Südosteuropa sowie in geringerem Umfang zu Mitteleuropa. In ihrer Vielfalt bietet sie einen Überblick über die „Macht der
Raumkonzepte“ für eine Region, die immer wieder neu konstruiert und mythisiert wurde.

Da die meisten Karten keine kartografischen Angaben enthalten, ist eine Georeferenzierung unerlässlich. Unter Georeferenzierung wird die eindeutige Zuordnung eines Ortes zu seiner Position auf der Erdoberfläche verstanden. Dadurch wird es möglich, alte Karten als Overlay auf moderne Grundkarten zu projizieren, sie zu vergleichen und auf ihre Genauigkeit zu überprüfen.

Der Prozess der Georeferenzierung selbst erfolgt über das intuitiv bedienbare Webtool Georeferencer und verlangt keine technischen Vorkenntnisse. Dabei wird ein eindeutig identifizierbarer Ort auf der historischen Karte als Referenzpunkt ausgewählt und seine Lage auf der modernen Karte per Mausklick markiert. Durch diesen Vorgang werden die
Koordinaten für die historische Karte ermittelt.

Die Georeferenzierung basiert auf freiwilliger Beteiligung und steht allen kartenaffinen und ost- bzw. südosteuropainteressierten Personen offen. Erst durch das Engagement der Öffentlichkeit können die Karten verortet und nachnutzbar zur Verfügung gestellt werden.

Das Versprechen des Projekts besteht darin, die vielschichtige Landschaft ost- und südosteuropäischer Raumbilder en détail und im Wandel der Zeit zu entdecken. Von besonderer Attraktivität sind dabei gerade knifflige Karten, die heute verschwundene Städte, historische Ortsnamen und veränderte Raumstrukturen verzeichnen. Hier verlangt die Suche detektivischen Spürsinn und wird leicht zu einer Art „Kartenspiel“ mit
hohem Suchtfaktor.

Entdeckt Ost- und Südosteuropa auf alten Karten und helft mit, unsere digitale Sammlung zu verorten! Euer Beitrag wird durch Punktvergabe honoriert und den Top-Beiträgern winkt ein Dankeschön.

Projektseite: http://geoportost.ios-regensburg.de/
Georeferenzierung: http://geoportost.georeferencer.com/random
Kontakt: geoportost@ios-regensburg.de

Zudem möchte ich auf die biografischen Datenbanken des Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung hinweisen: In der Amburger-Datenbank sind etwa 100.000 Datensätze zu Ausländern im vorrevolutionären Russland (http://dokumente.ios-regensburg.de/amburger) recherchierbar. Das BioLexSOE online (http://biolex.ios-regensburg.de) ist die elektronische Version des vierbändigen Biographischen Lexikons zur Geschichte Südosteuropas, das zwischen 1974 bis 1981 erschienen ist.“

Angaben lt.: Tillmann Tegeler, 93049 Regensburg, Deutschland

Bamberg – einst Krankenhaus jetzt Residenzschloss

 

Das Bamberger Hotel „Residenzschloss“ liegt ein wenig abseits, ruhig und an der Regnitz, aber doch noch fußläufig zur Altstadt. Das seit 1990 bestehende Hotel, mittlerweile 4 Sterne S  hat zwei nette Restaurants, in denen man gut essen kann, eine Tiefgarage und  einen tollen Blick auf das neobarocke Gebäude des Stadtarchivs.  Doch die Geschichte hinter der „Residenz“, die gar keine war, ist viel spannender.

Im Jahre 1787 ließ Fürstbischof von Erthal das prachtvolle Gebäude als Universitätsklinikum, inklusiv barocker Kapelle, nach Plänen des Bamberger Hofarchitekten Johannes Lorenz Fink errichten. 1798 war es dann soweit, am 11.11. fand die Eröffnung statt.  Das allgemeine Krankenhaus galt seinerzeit als eines der moderneren in Europa. Der erste ärztliche Direktor des Hauses war Adalbert-Friedrich Markus (1723-1816) und zugleich Leibarzt des Bischofs. Bereits 1828 wird das Krankenhaus zur Städtischen Klinik.

Erst durch den Klinikumsneubau im Jahre 1984 ändert sich die Funktion des Gebäudes. Fünf Jahre später wird der Umbau zum Hotel begonnen.

Im Inneren gibt es zwei imposante Treppenhäuser und die Hotelzimmer im historischen Gebäudeteil sind sehr hoch und mit lichtundurchlässigen Gardinen versehen (die benötigt man auch, da das Gebäude hell angestrahlt wird). Teppiche in den Fluren schlucken den Hall der Schritte in den hohen, langen Gängen.

Im Flur hinter der Rezeption ist eine größere Platte in die Wand eingelassen: „Am 24. November 1889  wurde das 100jährige Jubiläum des allgemeinen Krankenhauses von den beiden städtischen Collegien festlich begangen in Anwesenheit der Herren: k. Obermedizinalrath und Geheimrath Dr. v. Kerschensteiner im Auftrage des k. Staatsministeriums des Innern;  …..“ Es folgte eine Reihe von Namen.

(Sehr schlecht fotografierbar.)

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Bamberg, Inschriftentafel zum 100jähriges Jubiläum Allg. Krankenhaus

Dr. Josef von Kerschensteiner (1831-1896), u.a. Leiter des Bayer. Medizinalwesens,  Studium der Medizin in München u.a. bei Christian Pfeufer

Christian Pfeufer war Direktor des Städt. Krankenhauses Bamberg. Sein Sohn war Sigmund von Pfeufer (1824-1894), 1881-1894 Regierungspräsident von Oberbayern war. Evtl. ist er nachfolgend auf dre Tafel gemeint.

Vgl.  Kerschensteiner: https://www.hdbg.eu/biografien/web/index.php/detail?uid=4824

Christian Pfeufer: https://www.hdbg.eu/biografien/web/index.php/detail?uid=5131

Sigmund von Pfeufer: https://www.hdbg.eu/biografien/web/index.php/detail?uid=8328

 

Die Mehrheit des Hotelpersonals wusste leider nichts zur Gebäudegeschichte zu berichten, doch eine Dame gab mir einen Zettel mit Kurzinformationen.

Hotel: http://www.welcome-hotels.com/welcomehotel-residenzschloss-bamberg/info/

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Bamberg, Blick vom Residenzschloss-Hotel zum Stadtarchiv, 12/2015

 

Auf dem Gelände des früheren Krankenhauses befindet sich das 1901 von Hans Jakob Erlwein (1872-1914) erbaute Chirurgische Krankenhaus. Im Jahre erfolgte der Umzug ins neue Klinikum und 1991 konnte schlussendlich das Stadtarchiv Einzug halten.  Allegorische Reliefs an der Außenfassade nehmen Bezug zur ursprünglichen Nutzung des Gebäudes.