Archiv der Kategorie: Museum

Frankfurt/M.:Luftschutz, Hochwasser, Hafenpark, Kaiser – mit allen Sinnen erleben

Frühlingstag in Frankfurt am Main – die Stadt mit allen Sinnen erforschen. Tast-, Hör- & Gleichgewichtssinn: Zuerst ging es ins Dialogmuseum. Kein klassisches Museum, sondern eher eine Selbsterfahrungsstätte, wo man wieder zu sich kommt und sich auf seinem Körper konzentrieren muss. In völliger Dunkelheit ertastet man sich mit Blindenstock, Händen und Füßen die Räume. Ein blinder Führer begleitet die Gruppe und zeigt Ausstellungsstücke aus der Alltagswelt, die man ertasten muss und den Weg durchs Museum erkennt man, in dem man der Stimme des Guides folgt. Am Tourende besucht an noch eine Bar und man weiß dann, warum unser Geld unterschiedlich groß, geriffelt und mit gestanzten Motiven belegt ist. (Zweckmäßig 0,5-3€ mitzunehmen) In der Bar wird es gemütlich, man kann ganz ungezwungen mit dem Guide plaudern und Dieses und Jenes über das Leben eines Blinden in unserer Gesellschaft erfahren.

(Führungen nur per Anmeldung: http://www.dialogmuseum.de , vom Hauptbahnhof mit der Tram 11 (R. Fechenheim, Station Osthafenplatz))

Geschmacks- & Geruchssinn: Schräg gegenüber befindet sich ein Vapiano (u.a. italienische Pasta, Pizza, Risotto und leckere Desserts)

Durch Zufall entdeckte mein Sehsinn am Boden vor dem Gemini-Haus (Hanauer Landstraße 146) eine Abdeckplatte „Mannesmann-Luftschutz„. Das Gemini-Haus war das Verwaltungsgebäude der früheren Elektrofirma Voigt & Haeffner (entstanden um 1910). Die denkmalgeschützte Fassade weist Anklänge von Klassizismus und Jugendstil auf. Architekt war C.W.F. Leonhardt.  Eine Eule ziert die Fassade.

Hanauer Landstr. 146, Frankfurt

Weiter geht´s zu Fuß an den Main (Richtung Honsellstr./Mayfarthstr.). Im Hafenpark nahe der Europäischen Zentralbank  gibt es einen Skatepark, wo sich jung und alt trifft und Kunstwerke vollführt, die teils den Atem stocken lassen. Basketballfelder, Spielplätze, Turngeräte (Reck & Co.) und eine große Liege-Spielwiese laden zum Verweilen ein.  An der Mainpromenade entlang Richtung Stadtzentrum, vorbei an den Gleisen der Hafenbahn (die paar Mal im Jahr fährt), alten Hafenkränen, Hinweisschildern für u.a. die frühere Weseler Werft und Messständen für Hochwasser. Rechts in der Sandsteinmauer (die Straße und Park voneinander trennt) in der Nähe der `Alten Brücke` sieht man in den Stein gemeißelte Messstände für das Wasser.

Schuh-Maas über den Punct (...)fanische Frankfurten, Mainpromenade in Frankfurt nahe "Alter Brücke"

Wasserhöhe den 1. Mertz 1784, Mainpromenade in FrankfurtZwischen ´Alter Brücke´ und ´Eiserner Steg´ nach rechts abbiegen den ´Mainkai´ bei der Ampel queren und die Straße ´Am Pfarrturm´ direkt zum Kaiserdom St. Bartholomäus gehen. Hier im Zentrum liegen ganz nah benachbart: Caricatura-Museum für komische Kunst, die Schirn-Kunsthalle und weiter links der Römerberg. Der Kaiserdom war nie eine Bischofskirche im eigentlichen Sinn, aber durch seine historische Bedeutung für das Heilige Römische Reich erhielt das Gebäude diesen Ehrentitel.  794 fand hier das große Konzil Karl des Großen statt. In der Kirche wurden seit dem 12. Jahrhundert der Römische Kaiser und Deutsche König gewählt und seit 1562 auch gekrönt.

Der Schlusspunkt des Ausflugs bildet der weithin sichtbare Maintower in der ´Neue Mainzer Str. 52-58´.  Von dem 200m hohen Gebäude hat man einen fantastischen Blick auf Frankfurt und die umliegende Region. Nachdem man Eintritt bezahlt und den Sicherheitscheck, wie beim Flughafen gemacht hat, bringt ein Fahrstuhl die Besucher innerhalb 45(!) Sekunden  auf die 1. komplett verglaste Plattform hinauf. Zu Fuß steigt man noch ein paar Stufen zur teilverglasten Aussichtsplattform mit Sitzbänken.  Die Sportlichen können auch 1097 Stufen erklimmen. ( http://www.maintower.de )

Der gesamte Ausflug ist für Kinder geeignet. 

Suceava (RO) – Simion Florea Marian-Haus mit deutscher Bibliothek

Kaum bekannt ist, dass im Norden Rumäniens, in der Bukowina, im Haus des rumänischen Dichters Simion Florea Marian eine umfangreiche deutschsprachige Sammlung von Büchern, Zeitschriften etc. gibt! Ein Genuss für jeden Lokal-und Regionalforscher! Neben 100jährigen Bukowina Hauskalendern (Kalender mit Infos zur Region & Geschichten) stehen dem Besucher vielfältige Bücher zu Romanen, Märchen, … zur Verfügung. Es gibt natürlich auch eine Mannigfaltigkeit von rumänischer Literatur. Die Werke sind nur per Zettelkatalog zu recherchieren und es handelt sich um eine Präsenzbibliothek. In der geheizten Küche, aber auch nur dort ist geheizt!) kann man lesen und sich Notizen machen. In den wärmeren Monaten steht für die Pause auch eine kleine lauschige Veranda mit Blick auf den Blumengarten zur  Verfügung.    Das Gedenkhaus ist auch allgemein zur Besichtigung offen.

Wer war Simion Florea Marian? Warum gibt es dort deutsche Bücher?

Er lebte 1847-1907 und in dieser Zeit gehörte die Bukowina zu Österreich-Ungarn. Eine der Amtssprachen war deutsch.  Marian war ein rumänischer Volkskundler und Ethnograph, der rumänische Volksgruppe in der Bukowina erforschte.

http://muzeulbucovinei.ro/casa-memoriala-simion-florea-marian/

Kurzfassung auf Deutsch Kontaktdaten und Öffnungzeiten:

Casa Memoriala S.Fl. Marian, Aleea S. Fl. Marian nr. 2a, Suceava, email: memoriala@muzeulbucovinei.ro

Ö-Zeit: Besichtigung gegen Entgelt Mo-Fr 9-15 Uhr; Recherche Mo-Do 10-13 Uhr

Im Stadtmuseum gibt es deutschsprachige Dolmetscher, die dem Forscher bei Bedarf helfen bzw. einweisen.

Papiertheatersammlung Walter Röhler Darmstadt

Die Darmstädter Papiertheatersammlung ist sehr umfangreich und international aufgestellt . Auf kleinem Raum präsentieren sich unterschiedlich große und kleine Bühnen mit mehr oder weniger Darstellern und Requisiten dem Betrachter. Märchenwelten und klassische Theaterstücke zeigen sich filigran und farbenfroh. Man kann im Detail versinken und gleiche Szenen unterschiedlicher Hersteller miteinander vergleichen/deuten.

Einfach schön-für Erwachsene und Kinder zugleich! Die ehrenamtlichen Helfer, die auch mit einem eigens gebauten Papiertheater und mit eigenen Stücken Aufführungen anbieten, erklären dem Besucher Vieles und sind mit Enthusiasmus dabei. Eine sehr nette Atmosphäre.

Der Sammler Walter Röhler (1911-1974) widmete sein Leben dem Papiertheater. Sein Nachlass umfasst ca. 10.000 Spielbögen. Diese Theater, aus Bilderbögen herausgeschnitten und zusammengebaut, fanden im 19. Jahrhundert als Heimtheater oder als Spielzeug Verwendung.

Für Kinder geeignet!

Adresse: Papiertheatersammlung, Darmstraße 2 , 1. Etage (nahe Großer Woog) in Darmstadt, Tel. 06151-1361312 oder 0176-382186769

Öffnungszeit: Montags 15-17 Uhr

Röhler Sammlung

Schöne neue Welt – Traumhäuser rumänischer Migranten

Die Bukowina, das Oascher land und die Marmarosch sind eher ländlich geprägte Regionen im Norden Rumäniens. Seit ein paar Jahren bestimmen stattliche Neubauten das Dorf- und Landschaftsbild. Mehrstöckig, farbenprächtig, marmor- und granitverziert heben sie sich vom traditionellen Häuserstil ab. Die Eigentümer sind Arbeitsmigranten, deren Ersparnisse vielfach in den Bau repräsentativer Häuser in ihren Herkunftsorten fließen. Die Häuser und Luxusautos sind ein sichtbares Zeichen ihres Erfolges im Ausland und ihrer modernen westlichen Lebenseinstellung. Bewohnt werden die Gebäude nur selten. Die älteren Menschen leben weiterhin in ihren eigenen Häusern und hüten die zurückgebliebenen Kinder und die neuen unbewohnten Häuser.

Die Ausstellung mit Fotografien u.a. von Petrut Calinescu, Matei Bejenaru widmet sich den vielfältigen Aspekten von Arbeitsmigration und Bauboom in Nordrumänien. Beleuchtet werden auch die Auswirkungen auf das Dorf, die Region und die Landschaft.

Ausstellungsort: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin, Museumsquartier Berlin-Dahlem, http://www.smb.museum

Ausstellungsdauer:  bis 24.4.2016