Alsbach – Inschriften evang. Kirche

Die evangelische Kirche in Alsbach an der  Bergstraße hat einige interessante Inschriften im Außen- und Innenbereich.

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ev. Kirche Alsbach, Türbogeninschrift (außen), 2015

 

Am äußeren Türbogen der ersten Tür links auf der Nordseite (nicht der Haupteingang) sehen wir eine leider schon arg verwitterte  Inschrift, halbwegs zu entziffern ist: „AN(N)O 1571 30 AVG(VSTI) IO(HANNES) MEVRER KE….“

Der Keller  für das Amt Bickenbach (Johannes Meurer)  ist 1571-1595 auf dem Alsbacher Schloss nachweisbar. Es müssen der Inschrift nach 1571 Umbauten an der Kirche vollzogen worden sein und er als Keller hatte die Bauaufsicht inne. Weitere Baumaßnahmen erfolgten 1604.

nähere Infos: http://www.inschriften.net

 

Suceava (RO) – Simion Florea Marian-Haus mit deutscher Bibliothek

Kaum bekannt ist, dass im Norden Rumäniens, in der Bukowina, im Haus des rumänischen Dichters Simion Florea Marian eine umfangreiche deutschsprachige Sammlung von Büchern, Zeitschriften etc. gibt! Ein Genuss für jeden Lokal-und Regionalforscher! Neben 100jährigen Bukowina Hauskalendern (Kalender mit Infos zur Region & Geschichten) stehen dem Besucher vielfältige Bücher zu Romanen, Märchen, … zur Verfügung. Es gibt natürlich auch eine Mannigfaltigkeit von rumänischer Literatur. Die Werke sind nur per Zettelkatalog zu recherchieren und es handelt sich um eine Präsenzbibliothek. In der geheizten Küche, aber auch nur dort ist geheizt!) kann man lesen und sich Notizen machen. In den wärmeren Monaten steht für die Pause auch eine kleine lauschige Veranda mit Blick auf den Blumengarten zur  Verfügung.    Das Gedenkhaus ist auch allgemein zur Besichtigung offen.

Wer war Simion Florea Marian? Warum gibt es dort deutsche Bücher?

Er lebte 1847-1907 und in dieser Zeit gehörte die Bukowina zu Österreich-Ungarn. Eine der Amtssprachen war deutsch.  Marian war ein rumänischer Volkskundler und Ethnograph, der rumänische Volksgruppe in der Bukowina erforschte.

http://muzeulbucovinei.ro/casa-memoriala-simion-florea-marian/

Kurzfassung auf Deutsch Kontaktdaten und Öffnungzeiten:

Casa Memoriala S.Fl. Marian, Aleea S. Fl. Marian nr. 2a, Suceava, email: memoriala@muzeulbucovinei.ro

Ö-Zeit: Besichtigung gegen Entgelt Mo-Fr 9-15 Uhr; Recherche Mo-Do 10-13 Uhr

Im Stadtmuseum gibt es deutschsprachige Dolmetscher, die dem Forscher bei Bedarf helfen bzw. einweisen.

Im DFG-Projekt GeoPortOst wurde ein Set von mehr als 900 in Forschungsliteratur in versteckten Karten digitalisiert und zur Georeferenzierung online gestellt.

„Die Sammlung beinhaltet thematische Karten zur Geschichte, zu territorialen Veränderungen sowie zu sozio-ökonomischen Relationen in Ost- und Südosteuropa sowie in geringerem Umfang zu Mitteleuropa. In ihrer Vielfalt bietet sie einen Überblick über die „Macht der
Raumkonzepte“ für eine Region, die immer wieder neu konstruiert und mythisiert wurde.

Da die meisten Karten keine kartografischen Angaben enthalten, ist eine Georeferenzierung unerlässlich. Unter Georeferenzierung wird die eindeutige Zuordnung eines Ortes zu seiner Position auf der Erdoberfläche verstanden. Dadurch wird es möglich, alte Karten als Overlay auf moderne Grundkarten zu projizieren, sie zu vergleichen und auf ihre Genauigkeit zu überprüfen.

Der Prozess der Georeferenzierung selbst erfolgt über das intuitiv bedienbare Webtool Georeferencer und verlangt keine technischen Vorkenntnisse. Dabei wird ein eindeutig identifizierbarer Ort auf der historischen Karte als Referenzpunkt ausgewählt und seine Lage auf der modernen Karte per Mausklick markiert. Durch diesen Vorgang werden die
Koordinaten für die historische Karte ermittelt.

Die Georeferenzierung basiert auf freiwilliger Beteiligung und steht allen kartenaffinen und ost- bzw. südosteuropainteressierten Personen offen. Erst durch das Engagement der Öffentlichkeit können die Karten verortet und nachnutzbar zur Verfügung gestellt werden.

Das Versprechen des Projekts besteht darin, die vielschichtige Landschaft ost- und südosteuropäischer Raumbilder en détail und im Wandel der Zeit zu entdecken. Von besonderer Attraktivität sind dabei gerade knifflige Karten, die heute verschwundene Städte, historische Ortsnamen und veränderte Raumstrukturen verzeichnen. Hier verlangt die Suche detektivischen Spürsinn und wird leicht zu einer Art „Kartenspiel“ mit
hohem Suchtfaktor.

Entdeckt Ost- und Südosteuropa auf alten Karten und helft mit, unsere digitale Sammlung zu verorten! Euer Beitrag wird durch Punktvergabe honoriert und den Top-Beiträgern winkt ein Dankeschön.

Projektseite: http://geoportost.ios-regensburg.de/
Georeferenzierung: http://geoportost.georeferencer.com/random
Kontakt: geoportost@ios-regensburg.de

Zudem möchte ich auf die biografischen Datenbanken des Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung hinweisen: In der Amburger-Datenbank sind etwa 100.000 Datensätze zu Ausländern im vorrevolutionären Russland (http://dokumente.ios-regensburg.de/amburger) recherchierbar. Das BioLexSOE online (http://biolex.ios-regensburg.de) ist die elektronische Version des vierbändigen Biographischen Lexikons zur Geschichte Südosteuropas, das zwischen 1974 bis 1981 erschienen ist.“

Angaben lt.: Tillmann Tegeler, 93049 Regensburg, Deutschland

Bamberg – einst Krankenhaus jetzt Residenzschloss

 

Das Bamberger Hotel „Residenzschloss“ liegt ein wenig abseits, ruhig und an der Regnitz, aber doch noch fußläufig zur Altstadt. Das seit 1990 bestehende Hotel, mittlerweile 4 Sterne S  hat zwei nette Restaurants, in denen man gut essen kann, eine Tiefgarage und  einen tollen Blick auf das neobarocke Gebäude des Stadtarchivs.  Doch die Geschichte hinter der „Residenz“, die gar keine war, ist viel spannender.

Im Jahre 1787 ließ Fürstbischof von Erthal das prachtvolle Gebäude als Universitätsklinikum, inklusiv barocker Kapelle, nach Plänen des Bamberger Hofarchitekten Johannes Lorenz Fink errichten. 1798 war es dann soweit, am 11.11. fand die Eröffnung statt.  Das allgemeine Krankenhaus galt seinerzeit als eines der moderneren in Europa. Der erste ärztliche Direktor des Hauses war Adalbert-Friedrich Markus (1723-1816) und zugleich Leibarzt des Bischofs. Bereits 1828 wird das Krankenhaus zur Städtischen Klinik.

Erst durch den Klinikumsneubau im Jahre 1984 ändert sich die Funktion des Gebäudes. Fünf Jahre später wird der Umbau zum Hotel begonnen.

Im Inneren gibt es zwei imposante Treppenhäuser und die Hotelzimmer im historischen Gebäudeteil sind sehr hoch und mit lichtundurchlässigen Gardinen versehen (die benötigt man auch, da das Gebäude hell angestrahlt wird). Teppiche in den Fluren schlucken den Hall der Schritte in den hohen, langen Gängen.

Im Flur hinter der Rezeption ist eine größere Platte in die Wand eingelassen: „Am 24. November 1889  wurde das 100jährige Jubiläum des allgemeinen Krankenhauses von den beiden städtischen Collegien festlich begangen in Anwesenheit der Herren: k. Obermedizinalrath und Geheimrath Dr. v. Kerschensteiner im Auftrage des k. Staatsministeriums des Innern;  …..“ Es folgte eine Reihe von Namen.

(Sehr schlecht fotografierbar.)

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Bamberg, Inschriftentafel zum 100jähriges Jubiläum Allg. Krankenhaus

Dr. Josef von Kerschensteiner (1831-1896), u.a. Leiter des Bayer. Medizinalwesens,  Studium der Medizin in München u.a. bei Christian Pfeufer

Christian Pfeufer war Direktor des Städt. Krankenhauses Bamberg. Sein Sohn war Sigmund von Pfeufer (1824-1894), 1881-1894 Regierungspräsident von Oberbayern war. Evtl. ist er nachfolgend auf dre Tafel gemeint.

Vgl.  Kerschensteiner: https://www.hdbg.eu/biografien/web/index.php/detail?uid=4824

Christian Pfeufer: https://www.hdbg.eu/biografien/web/index.php/detail?uid=5131

Sigmund von Pfeufer: https://www.hdbg.eu/biografien/web/index.php/detail?uid=8328

 

Die Mehrheit des Hotelpersonals wusste leider nichts zur Gebäudegeschichte zu berichten, doch eine Dame gab mir einen Zettel mit Kurzinformationen.

Hotel: http://www.welcome-hotels.com/welcomehotel-residenzschloss-bamberg/info/

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Bamberg, Blick vom Residenzschloss-Hotel zum Stadtarchiv, 12/2015

 

Auf dem Gelände des früheren Krankenhauses befindet sich das 1901 von Hans Jakob Erlwein (1872-1914) erbaute Chirurgische Krankenhaus. Im Jahre erfolgte der Umzug ins neue Klinikum und 1991 konnte schlussendlich das Stadtarchiv Einzug halten.  Allegorische Reliefs an der Außenfassade nehmen Bezug zur ursprünglichen Nutzung des Gebäudes.

 

 

 

 

 

 

Montigné (F) – Castel du Berger und Kalvarienberg

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Kalvarienberg in Montigné (Vendee, Frankreich)

 Frankreich, im „Vendee„, nahe der Atlantikküste pausierten befindet sich ein Rastplatz zwischen Kalvarienberg und Castel du Verger abseits der Straße (D 948) im Ort Montigné (Saint-Christophe-du -Ligneron (südöstlich von Challans)).

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Infotafel Kalvarienberg, Montigné, Frankreich

Der Kalvarienberg  (Bildhauer: M. Herniot de Lannion) wurde 1861 auf einer Ausstellung in Nantes präsentiert. Auf Betreiben Madame de Mauclerc Dame du Verger zog er um und wurde am 07. Oktober 1862  feierlich an seinem jetzigen Standort eröffnet.

Das Baudenkmal steht am oberen Ende einer großer Wiese, flankiert von hohen schattenspendenden Bäumen. Der Rastplatz hat Sitzbänke & Toilettenhäuschen (ohne Licht). Die Wiese bietet sich zum Frisbeespielen an.

Gegenüber sieht man ein kleines Schlösschen – Castel du Verger, dass sogar Gästezimmer vermietet und im Park Elefanten aus Fuchsbaum hat. Das Castel ist um 1500 von Francois die Pommeraie erbaut worden. Im 17. Jahrhundert erweitert und heute nun ein zum Verkauf stehendes Anwesen.

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Castel du Verger, Montigné, Frankreich

Gästezimmerinfo: http://www.castelduverger.com

 

Ober-Beerbach -„Rosenregen“ in der gotischen Kirche

Die Ober-Beerbacher evangelische Kirche (zu Seeheim-Jugenheim gehörend) ist eine Fränkische Chorturmkirche. Das Fundament des Turmes geht auf eine Zeit vor dem 12. Jahrhundert zurück. Das Besondere an dieser Kirche ist jedoch: eine fast vollständige gotische Ausmalung des Chorraumes.

In dieser Zeit oblag das Patronat den Herren von Frankenstein. Zu dieser Zeit wird aus dem romanischen Wehrturm ein gotischer Chorraum, der mit einer Sakristei, großen Fenstern und einem Freskenzyklus versehen wird. Durch das mit dreifachem Maßwerk versehene Ostfenster trifft der Lichtstrahl am Ostermorgen genau auf den Altar. Im Chor „regnet es rote Rosen“ wie bei einer Hochzeit. Die Gemeinde ist die Braut und Jesus der Bräutigam.

Die Orgel stammt aus dem Jahre 1696 hat einen barocken Prospekt mit Engeln. In den 1920er Jahren entdeckte man die schönen Wandmalereien und der Darmstädter Kirchenmaler Otto Kienzle restaurierte sie.

Nähere Infos: http://www.kirche-ober-beerbach.org

 

Link

Anlässlich einer neuen Sonderbriefmarke entstand eine Kuriosität: Das hessische Alsbacher Schloss, (Ruine an der Bergstraße), wurde mit dem in Nordrhein-Westfalen liegenden Alsbacher Schloss (Wasserburg) verwechselt! Die beiden Orte sind rund 200km voneinander entfernt. Die Auflage der Briefmarken beträgt 5000 Stück und sind wahrscheinlich schnell weg, denn die ersten „Hamsterkäufe“ im hessischen Alsbach haben bereits begonnen 😉

http://hessenschau.de/panorama/hessisches-schloss-aus-versehen-auf-sonderbriefmarke,verwechslung-briefmarke-schloss-alsbach-100.html

 

Weimar – ehemaliges Kinderkurheim

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Das Gebäude der heutigen Jugendherberge „Auf dem Ettersberg“ in Weimar besitzt eine wechselvolle Geschichte. Um 1920 wurde es als Kurheim für an Tuberkulose erkrankte Kinder erbaut. Es besaß zwei Schlafsäle im Erdgeschoss -für Jungs und Mädchen getrennt. Der Speisesaal ist noch original erhalten. In der NS-Zeit sollen SS-Angehörige dort gewohnt haben. Zu DDR-Zeiten ist wieder ein Kinderwaldheim (Kur) entstanden, dann stand es leer und seit ein paar Jahren Jugendherberge.

Der alte Charme ist erhalten geblieben, keine „typischen Jugendherbergsfarben“ (Buche, blau-, lachsfarben), eher mutet es an eine größere Holzhütte (in hellbeige und dunkelbraun) an. Im Obergeschoss ein Erker, im Erdgeschoss  eine langgezogene Terrasse, Speiseaufzug und Essensausgabefenster und der schöne Speisesaal. Die Möblierung in zwei 2 Aufenthaltsräumen (Erker und Diele davor) sind schon ziemlich in die Jahre gekommen und wirkt ein bisschen lieblos. Die Zimmer haben alle Dusche und WC, alles bisschen eng, aber funktionell. Wir hatten das Glück, dass nur sehr wenige Gäste da waren, so war es herrlich ruhig, aber wenn die Bude voll ist, dann … wird es ziemlich hellhörig.

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Wir hatten Halbpension und waren sehr zufrieden, insbesondere mit dem warmen Abendessen. Nur die Brötchen schienen Aufbackbrötchen gewesen zu sein, die waren nicht sooo lecker.

Ein klassisches Bistro gibt es nicht, man bestellt am Rezeptionstresen seine Getränke und Eis. Der Getränkeautomat hat nur 0,5l-Flaschen. Tip: zuvor in der Stadt sich mit 1l Flaschen eindecken.

Im Außenbereich sind noch Bungalows aneinandergereiht, 2-10 Personen, plus Veranstaltungsraum.  Vor den „Reihenbungalows“ gibt es ein schon sehr in die Jahre gekommenes Schwimmbad (ca. 8x5m ich kann so schlecht schätzen), wie tief es ist, weiß ich nicht, da es jetzt im April eine Überdachung hatte. Es ist jedoch im Sommer freigegeben! Außerdem gibt es noch einen kleinen Spielplatz und ein großes zentrales Beachvolleyballfeld, Basketball und Bolzplatz. Ein ziemlich vermodertes „Indianerzelt“ als Grillplatz rundet das Außengelände ab.

Die Herberge liegt mitten im Wald, nahe der „Prinzenschneise“ und der ehemaligen Buchenwaldbahn (nicht mehr existent). Es war wunderschön, morgens von dem lauten fröhlichen Vogelgezwitscher geweckt zu werden! Vom Weimarer Hauptbahnhof gelang man alle 30min mit den Bussen der Linie 6  Richtung Buchenwald/Ettersberger Siedlung, Haltestelle Obelisk bzw. Buchenwaldstraße zur Herberge. Davon sind es, leider an einer vielbefahrenen Straße OHNE Bürgersteig, durch den Wald leicht bergab noch ca. 500m (keine Beleuchtung).

Es war eine schöne Zeit dort in der Herberge, auch wenn ich im Speisesaal öfters daran dachte, wer wohl in der NS-Zeit dort gesessen haben mag. Ob man die Bauarbeiten der nah gelegenen Bahnstrecke gehört hat? Von der Bahnstrecke berichte ich in einem anderen blog.

 

 

Rumbach – Stolllen (2. WK), roman. Kirche & Schmalspurbahn

Im Dahner Felsenland (Rheinland-Pfalz) bzw. im Wasgau befindet sich eine der ältesten Kirchen in der Pfalz – die Christuskirche (frühere St. Gangolfkirche). Im beschaulichen Dorf Rumbach das heute rund 500 Einwohner hat, war nach dem 30jährigen Krieg nahezu menschenleer. Eingewanderte Schweizer hielten Rumbach am Leben. 1793 gehörte der Ort zu Frankreich, um dann 1816-1946 bayerisch zu werden. Im Jahre 2010 gewann es beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Silber. Hier kann man sich an einigem erfreuen und die Ruhe genießen.

Doch zurück zur Kirche, die sich in der Ortsstraße befindet und mit Fresken aus dem 11.-13. Jahrhundert aufzuwarten hat. Man steigt über Treppen h

Rumbach, beginnende Pionierstraße

inauf zur Kirche, die täglich geöffnet ist. An der Kirchenaußenwand sind ältere Sandsteingrabmäler aufgestellt.  Beim Betreten der Kirche durch das gotische Westportal fällt auf, dass es nur eine Empore (Männerempore, erbaut 1720) gibt und die befindet sich längs der linken Seite. Dieses Portal war rund 250 Jahre verschüttet (Erdrutsch) und wurde erst wieder 1957 bei der Renovierung entdeckt! Unter dem heutigen Chor  erbaute man um 1000 eine Rundapsis mit Steinaltar. Bis ins 16. Jahrhundert galt der Ort als bedeutender Wallfahrtsort und war St. Gangolf gewidmet. Zum Erhalt der Kirche kann man Gläser und Postkarten erwerben.

 

Fresko, Kirche St. Gangolf, Rumbach

Weitere Ortsschönheiten: Am Ortsrand quert die Hauptstraße eine zum  Radweg umgebaute frühere Wasgenwald-Schmalspurbahn. 1921-1930 fuhr die zunächst rein militärisch Bahn von Bundenthal-Rumbach nach Ludwigswinkel (frz. Truppenübungsplatz). Ab 1924 auch für dne öffentlichen Personennahverkehr zugelassen. Anekdote: Da der Zug über die Rumbacher Höhe (Wasserscheide) fahren musste und dabei langsam fuhr, hing am Personenwaggon ein Schild „Blumenpflücken während der Fahrt verboten“.

Ebenfalls in der Hauptstraße befindet sich das „Schöpploch“ , dass noch mit Wasser befüllt ist. Dort wuschen früher Frauen die Kleidung der Familie. Kleinere Ortschaften besaßen kein Waschhaus. Ecke Hauptstraße/Ortsstraße ist ein Bäcker (super leckere Brötchen) mit kleinem Einkaufsmarkt. Der gesamte alte Ortskern hat an bedeutenden Gebäuden, Brunnen, … Schilder angebracht, anhand derer man die Ortsgeschichte erlesen und erlaufen kann. Alles sehr liebevoll gestaltet!

Rumbach, Haus in der Ortsstraße

Rumbach, Haus in der Ortsstraße

Holzschnecken, Rumbach

 

Folgt man der Verlängerung der Ortsstraße (Im Langental) und biegt links in den Weg ein (vor Sportplatz) sieht man eine Schneckenskulptur. Den Berg hinauf, auf teils mit Teer befestigter Straße (Pionierstraße, erbaut von deutschen Pionieren 1939/40), um am Wegesrand versteckt vier Eingänge zu Stollen zu sehen.

 

 

 

Rumbach, Beginn der Pionierstraße

Die Stollen sind heute verschlossen und dienen verschiedenen Fledermäusen als Quartier. Rumbach war zu Beginn des 2. Weltkrieges ein besonders kriegsgefährdetes Gebiet und lag in der „Roten Zone“. Die Bevölkerung wurde 01.9.1939 nach Hessen, Mainfranken und Thüringen evakuiert. Die Männer der Organisation Todt haben in dieser Zeit vier Stollen  als Munitions- und Versorgungslager angelegt. Die drei ersten Stollen haben unterschiedliche Ausmaße (3m hoch, 3m breit) und Längen (30-160m lang). Nur der 4. Stollen geht durch den gesamten Berg, Eingang am Seitenweg  hinter dem Christkindelsfels, hindurch (!) Der Durchgang ist nicht mehr möglich. Die Stollen dienten der wieder heimgekehrten Bevölkerung gegen Ende des Krieges als Zufluchtsort.

Nähere Informationen, auch zur Alltagssituation der Rumbacher im Krieg, erhält man von Frau Bischoff (Tourismusinformation). http://www.rumbach-pfalz.de

Einkehrmöglichkeit: Wir waren immer beim gemütlichen „Zum Salztrippler“ in der Ortsstraße. Achtung: 2015 nur Barzahlung möglich!

Rumbach ist für Familien geeignet!!!

 

Bamberg und das Sams

Filmtourismus in Bamberg? Ja, in dieser schönen und urigen Stadt, steht das Haus vom Sams. Das verfilmte Kinderbuch „Das Sams“ von Paul Maar spielt im „Haus zum Einhorn“ (erbaut 1747). Dort wohnt Herr Taschenbier mit dem Sams, dass ganz hervorragend von Christine Urspruch gespielt wird.

Der Reiseblog von Andrea David http://www.filmtourismus.de   ist wirklich zu empfehlen, wenn man sich schon immer gefragt hat, wo der Film gedreht wurde. Es gibt eine umfangreiche Film- und Serienliste mit dazugehörigen Infos zu Film und Drehorten. Z.B. von Anna, Das A-Team über James Bond, Macbeth, Mankells Wallander bis Rosenheim Cops und Zurück in die Zukunft.

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„Haus zum Einhorn“ Judengasse 16 in Bamberg (Bayern)