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Alsbach – 400 Jahre jüdischer Friedhof

Jüdischer Friedhof Alsbach

Jüdischer Friedhof Alsbach

Der Alsbacher Friedhof ist der größte jüdische Landfriedhof in Hessen. Er fungierte als eine Art Sammelfriedhof, denn hier wurden Juden aus 32 umliegenden Städten und Dörfern bestattet. Man zählt heute 2.124 Grabsteine, die noch relativ gut erhalten sind, wenn auch die Zerstörungen und Verwitterung den Steinen sichtbar zugesetzt haben.

Es dürften wohl schon vor 1616 auf diesem Gelände Juden bestattet worden sein. Das Friedhofsgelände wurde mehrmals erweitert. Die Verwüstung der Anlage durch die SA, im November 1938, hatte vor allem zum Ziel, das markante Eingangsgebäude mit einem Andachtsraum und insbesondere das von Beginn an dort geführte Totenregister vollständig zu zerstören. Die letzte Beerdigung fand 1948 statt, seitdem wird die Anlage nicht mehr genutzt.

Ein paar Detailinformationen:

Der erste offizielle Nachweis über die „Absteinung“, d.h. die Vermessung der Friedhofsanlage stammt aus dem Jahre 1616. Aufgrund der antijüdischen Ausschreitungen sowohl in Frankfurt (1612-14 Fettmilch-Aufstand) als auch in Worms (1614) flohen viele Juden und ließen sich im hessischen Ried sowie an der Bergstraße nieder. Darunter befand sich auch der berühmte Rabbiner Samuel Bacharach aus Worms, der 1615 in Gernsheim verstarb und in Alsbach beerdigt wurde. Der Originalgrabstein ist leider nicht erhalten geblieben, dafür steht jedoch noch der Gedenkstein, den wohl sein Urenkel Sanwil Bacharach (Gemeindevorsteher in Darmstadt & Gründungsmitglied der hess. Beerdigungsbruderschaft) um 1730 gesetzt hat.

Auf dem Friedhof befinden sich viele Gräber lokal- und regional bedeutender Persönlichkeiten, kraft ihres Amtes in den jüdischen Gemeinden oder im öffentlichen Leben.

 

Jüdischer Friedhof Alsbach

Jüdischer Friedhof Alsbach

Das Museum Alsbach-Hähnlein präsentiert eine Sonderausstellung bis 02.10.2016 zum Thema „400 Jahre jüdischer Friedhof in Alsbach, 1616 – 2016 – BEWAHREN, ERINNERN, GEDENKEN“.

Die Ausstellung wird neben der Friedhofsgeschichte auch volkskundlich betrachtet über jüdisches Totengedenken, Bestattungswesen und –brauchtum zur Belegungszeit des Friedhofs informieren.

Anhand von Faksimiles des 18./19. Jahrhundert des Jüdischen Museums Berlins, vereinzelten Hinweisen und eines herausragenden Buches des Leo-Baeck-Institutes New York von 1894, in dem sehr detailreich auf das Bestattungswesen eingegangen wird, war es möglich, einen Einblick in das 19. Jahrhundert zu geben.

In der Ausstellung werden an den Wänden Großfotos verschiedener Grabsteine von Alsbacher und Hähnleiner Juden gezeigt. Zugeordnet werden auch einige Grabsteine aus anderen Orten, um ein anschauliches Gesamtbild zu erreichen. In der Mitte des Ausstellungsraumes wird eine Installation aufgebaut sein, die an die Zerstörungen konkret erinnern soll.

Museum Alsbach Hähnlein, Gernsheimer Str. 36, 64665 Alsbach-Hähnlein, http://www.museum-alsbach-haehnlein.de

Ö-Zeiten: 22.5.2016 11-17 Uhr und jeden 1. Sonntag im Monat 13.30-17 Uhr oder nach Vereinbarung

 

Link

Anlässlich einer neuen Sonderbriefmarke entstand eine Kuriosität: Das hessische Alsbacher Schloss, (Ruine an der Bergstraße), wurde mit dem in Nordrhein-Westfalen liegenden Alsbacher Schloss (Wasserburg) verwechselt! Die beiden Orte sind rund 200km voneinander entfernt. Die Auflage der Briefmarken beträgt 5000 Stück und sind wahrscheinlich schnell weg, denn die ersten „Hamsterkäufe“ im hessischen Alsbach haben bereits begonnen 😉

http://hessenschau.de/panorama/hessisches-schloss-aus-versehen-auf-sonderbriefmarke,verwechslung-briefmarke-schloss-alsbach-100.html

 

Alsbach – Titelbild: Herzog Ulrich-Ruhe

Hallo,

beginnen möchte ich mit der „Herzog-Ulrich-Ruhe“  im südhessischen Alsbach.

Dieser einst beliebte Rastplatz längs eines namenslosen Bachs an der Kirchstraße, die im weiteren Verlauf zum Alsbacher Schloss hinaufführt, ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. Man sieht im unteren Teil (Ausschnitt des Blog-Titelbildes) noch eine gefasste Brunnenvorrichtung und zwei Sitzbänke. Im oberen Bereich steht dem müden Wanderer ein netter kleiner Ratsplatz mit Tisch zur Verfügung. Am Fels prangt die metallene Inschrift zu diesem Platze.

Auf der unteren Inschriftentafel steht vermerkt, dass dies „der Sage nach der Lieblingsplatz des Herzog Ulrich von Württemberg [war], der während seiner Verbannung Zuflucht auf dem Alsbacher Schloss gefunden haben soll. Er war prachtliebend und selbstherrlich, durch drückende Steuern und Eigenmächtigkeiten machte er sich Volk und Adel zum Feind. 1519 wurde er aus seinem Lande vertrieben und fand Schutz beim hessischen Landgrafen Philipp den Großmütigen. Durch dessen Hilfe konnte er dann 1534 wieder nach Württemberg zurückkehren.“

Ganz in der Nähe befindet sich ein Wassertretbecken und ein Parkplatz. Die Ruine des Alsbacher Schlosses  kann besichtigt werden (unregelmäßige Öffnungszeiten).