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Migration und Kulturtransfer in Franken- Buchtipp

Neuerscheinung

Fremde in Franken. Migration und Kulturtransfer (= Geschichte und Kultur in Mittelfranken; Band 4), herausgegeben vom Bezirk Mittelfranken durch Andrea M. Kluxen, Julia Krieger und Andrea May, Ergon-Verlag Würzburg 2016, 618 Seiten, teils farbige Abbildungen, ISBN 978-3-95650-137-1, Preis 19,00 Euro.

Der Band bündelt die Ergebnisse der gleichnamigen, von der mittelfränkischen Bezirksheimatpflege durchgeführten, wissenschaftlichen Tagung. 23 Fachbeiträge geben einen Überblick über die seit dem frühen Mittelalter bis heute wichtigsten Wanderungsbewegungen und Einflüsse sowie über deren historische und kulturelle Folgen.

Migration ist ein Thema, dass nie an Aktualität verliert. Sie spielt seit jeher eine tragende Rolle, wenn es um die Entstehung neuer oder um die Wandlung bereits bestehender Kulturen geht. Gerade Franken ist von einer wechselvollen Geschichte und vielfältigen Kultur charakterisiert; denn aufgrund einer hohen Mobilitätsrate in einer von kleinteiligen Herrschaftsstrukturen bestimmten Region waren Migration und Kulturtransfer seit Jahrhunderten ein alltägliches Phänomen. Dabei waren und sind die Ursachen von Migration unterschiedlich, haben sich aber über Jahrhunderte hinweg wiederholt und überschnitten. Ob Klimamigration, Konfessions-,  Wirtschafts-, Arbeits-, Zwangsmigration wie Flucht, Verschleppung oder Vertreibung – Migranten haben mit ihren Kulturelementen und Fertigkeiten wesentlich zur kulturellen Genese Frankens beigetragen und diese Region mit geprägt. Diese historische Dimension der Migration ist mitunter weniger bewusst, da nicht alle Migrantengruppen in unser kulturelles Gedächtnis eingegangen sind.

obige Info von Dr. Andrea M. Kluxen, Kulturreferentin und Bezirksheimatpflegerin Bezirk Mittelfranken, Danziger Str. 5 ▪ 91522 Ansbach ▪ T 0981 4664 5000 ▪ Fax 0981 4664 5999,

www.bezirk-mittelfranken.de

 

Schöne neue Welt – Traumhäuser rumänischer Migranten

Die Bukowina, das Oascher land und die Marmarosch sind eher ländlich geprägte Regionen im Norden Rumäniens. Seit ein paar Jahren bestimmen stattliche Neubauten das Dorf- und Landschaftsbild. Mehrstöckig, farbenprächtig, marmor- und granitverziert heben sie sich vom traditionellen Häuserstil ab. Die Eigentümer sind Arbeitsmigranten, deren Ersparnisse vielfach in den Bau repräsentativer Häuser in ihren Herkunftsorten fließen. Die Häuser und Luxusautos sind ein sichtbares Zeichen ihres Erfolges im Ausland und ihrer modernen westlichen Lebenseinstellung. Bewohnt werden die Gebäude nur selten. Die älteren Menschen leben weiterhin in ihren eigenen Häusern und hüten die zurückgebliebenen Kinder und die neuen unbewohnten Häuser.

Die Ausstellung mit Fotografien u.a. von Petrut Calinescu, Matei Bejenaru widmet sich den vielfältigen Aspekten von Arbeitsmigration und Bauboom in Nordrumänien. Beleuchtet werden auch die Auswirkungen auf das Dorf, die Region und die Landschaft.

Ausstellungsort: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin, Museumsquartier Berlin-Dahlem, http://www.smb.museum

Ausstellungsdauer:  bis 24.4.2016