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Tagung: „Heimatbriefe“ der Deutschen in und aus dem östlichen Europa nach 1945

„HEIMATBRIEFE“ DER DEUTSCHEN IN UND AUS DEM ÖSTLICHEN EUROPA NACH 1945

Tagung  beim Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa, Freiburg (Tagungshinweistext lt. Institut)

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Die nach 1945 veröffentlichten „Heimatbriefe“ bzw. „Heimatblätter“ der Deutschen im und aus dem östlichen Europa besitzen einen großen Quellenwert für eine ganze Bandbreite sozial-, literatur- und kulturwissenschaftlicher Fragestellungen. Zum einen erschienen/erscheinen sie kontinuierlich oftmals über Jahrzehnte hinweg und ermöglichen daher wie kaum eine andere gedruckte Quelle diachron angelegte Untersuchungen; zum anderen basieren sie im Gegensatz zu den großen Verbandsorganen in hohem Maße auf leserseitiger Partizipation und gewähren so Einblicke in gruppeninterne Diskurse. Seitens der Forschung wurde ihnen im Vergleich zu „Vertriebenendenkmälern“, „Heimatstuben“ oder „Heimatbüchern“ wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Die in jüngerer Zeit entstandenen Studien zu einzelnen Titeln bezeugen allerdings ein wachsendes Interesse an diesen Periodika.
Während der Arbeitstagung werden grundsätzliche Aspekte des Phänomens „Heimatbrief“ erörtert, Fallstudien zu einzelnen Titeln und Themen präsentiert, Erfahrungen im Umgang mit diesem Quellentypus kritisch reflektiert und zukünftige Perspektiven der Forschung sowie (digitalen) Erschließung diskutiert.

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Programm
Mittwoch, 26. Oktober 2016

14.00
Werner Mezger, Markus Tauschek & Tilman Kasten:
Begrüßung und Einführung

SYSTEMATISCHE UND TYPOLOGISCHE ASPEKTE

14.30
Wolfgang Kessler:
Die „ostdeutschen“ Heimatblätter in der Bundesrepublik Deutschland

15.30
Kaffeepause

16.00
Mathias Heider:
Lokal, regional, egal? Der Heimatbrief in Abgrenzung zur übrigen Publizistik der Deutschen aus dem östlichen Europa

16.45
Harald Lönnecker:
Akademische Heimatblätter

17.30
Gregor Ploch:
„Aber als Oberhirte muß ich mir ein Sprachrohr schaffen …“ – Der Heimatbrief der Katholiken des Erzbistums Breslau

Donnerstag, 27. Oktober 2016
ANALYSEN VON FALLBEISPIELEN

9.00
Sandra Kreisslová & Jana Nosková:
Das Bild der Tschechoslowakei in „sudetendeutschen“ Heimatzeitschriften der 1950er-Jahre

9.45
Miriam Braun:
Die Karlsbader Zeitung – Akteure und Netzwerke

10.30
Pause

11.00
Lionel Picard:
„Tout est politique!“ – Eignet sich die politische Komponente für die Bewertung eines schlesischen Heimatblatts?

11.45
Mittagspause

RAHMENPROGRAMM

14.00
Führung durch die Universitätsbibliothek

METHODEN UND QUELLENWERT

16.00
Sarah Scholl-Schneider:
„Bericht erstatten“. Heimatzeitungen als Quelle zur Erforschung von Heimatreisen

16.45
Albert A. Feiber:
Heimatbriefe als historische Quelle

17.30
Melinda Marinka:
Sathmarer Heimatbriefe als Erinnerungsorte und als ethnographische Quellen

Freitag, 28. Oktober 2016
PROJEKTE UND BESTÄNDE

9.00
Nadja Harm & Tilman Kasten:
Handbuchprojekt zur Publizistik der Deutschen im und aus dem östlichen Europa

9.30
Ingrid Sauer:
Bestände des Sudetendeutschen Archivs mit Bezügen zu Heimatbriefen

10.00
Hans-Jakob Tebarth:
Die Heimat-Presse-Sammlung der Martin-Opitz-Bibliothek

10.30
Kaffeepause

11.00
Jan Lipinsky:
Periodika-Bestände des Herder-Instituts

11.30
Beata Mache:
Projekt zu Posener jüdischen Heimatblättern der Zwischenkriegszeit
12.00
Abschlussdiskussion
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Anmeldung (erforderlich bis 6. Oktober 2016) und Kontakt:

Institut für Volkskunde der Deutschen des östlichen Europa
Goethestr. 63
79100 Freiburg i. Br.
Tel. 0761/70443-0
sekretariat-ivde@ivde.bwl.de

Migration und Kulturtransfer in Franken- Buchtipp

Neuerscheinung

Fremde in Franken. Migration und Kulturtransfer (= Geschichte und Kultur in Mittelfranken; Band 4), herausgegeben vom Bezirk Mittelfranken durch Andrea M. Kluxen, Julia Krieger und Andrea May, Ergon-Verlag Würzburg 2016, 618 Seiten, teils farbige Abbildungen, ISBN 978-3-95650-137-1, Preis 19,00 Euro.

Der Band bündelt die Ergebnisse der gleichnamigen, von der mittelfränkischen Bezirksheimatpflege durchgeführten, wissenschaftlichen Tagung. 23 Fachbeiträge geben einen Überblick über die seit dem frühen Mittelalter bis heute wichtigsten Wanderungsbewegungen und Einflüsse sowie über deren historische und kulturelle Folgen.

Migration ist ein Thema, dass nie an Aktualität verliert. Sie spielt seit jeher eine tragende Rolle, wenn es um die Entstehung neuer oder um die Wandlung bereits bestehender Kulturen geht. Gerade Franken ist von einer wechselvollen Geschichte und vielfältigen Kultur charakterisiert; denn aufgrund einer hohen Mobilitätsrate in einer von kleinteiligen Herrschaftsstrukturen bestimmten Region waren Migration und Kulturtransfer seit Jahrhunderten ein alltägliches Phänomen. Dabei waren und sind die Ursachen von Migration unterschiedlich, haben sich aber über Jahrhunderte hinweg wiederholt und überschnitten. Ob Klimamigration, Konfessions-,  Wirtschafts-, Arbeits-, Zwangsmigration wie Flucht, Verschleppung oder Vertreibung – Migranten haben mit ihren Kulturelementen und Fertigkeiten wesentlich zur kulturellen Genese Frankens beigetragen und diese Region mit geprägt. Diese historische Dimension der Migration ist mitunter weniger bewusst, da nicht alle Migrantengruppen in unser kulturelles Gedächtnis eingegangen sind.

obige Info von Dr. Andrea M. Kluxen, Kulturreferentin und Bezirksheimatpflegerin Bezirk Mittelfranken, Danziger Str. 5 ▪ 91522 Ansbach ▪ T 0981 4664 5000 ▪ Fax 0981 4664 5999,

www.bezirk-mittelfranken.de

 

Schöne neue Welt – Traumhäuser rumänischer Migranten

Die Bukowina, das Oascher land und die Marmarosch sind eher ländlich geprägte Regionen im Norden Rumäniens. Seit ein paar Jahren bestimmen stattliche Neubauten das Dorf- und Landschaftsbild. Mehrstöckig, farbenprächtig, marmor- und granitverziert heben sie sich vom traditionellen Häuserstil ab. Die Eigentümer sind Arbeitsmigranten, deren Ersparnisse vielfach in den Bau repräsentativer Häuser in ihren Herkunftsorten fließen. Die Häuser und Luxusautos sind ein sichtbares Zeichen ihres Erfolges im Ausland und ihrer modernen westlichen Lebenseinstellung. Bewohnt werden die Gebäude nur selten. Die älteren Menschen leben weiterhin in ihren eigenen Häusern und hüten die zurückgebliebenen Kinder und die neuen unbewohnten Häuser.

Die Ausstellung mit Fotografien u.a. von Petrut Calinescu, Matei Bejenaru widmet sich den vielfältigen Aspekten von Arbeitsmigration und Bauboom in Nordrumänien. Beleuchtet werden auch die Auswirkungen auf das Dorf, die Region und die Landschaft.

Ausstellungsort: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin, Museumsquartier Berlin-Dahlem, http://www.smb.museum

Ausstellungsdauer:  bis 24.4.2016