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Montigné (F) – Castel du Berger und Kalvarienberg

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Kalvarienberg in Montigné (Vendee, Frankreich)

 Frankreich, im „Vendee„, nahe der Atlantikküste pausierten befindet sich ein Rastplatz zwischen Kalvarienberg und Castel du Verger abseits der Straße (D 948) im Ort Montigné (Saint-Christophe-du -Ligneron (südöstlich von Challans)).

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Infotafel Kalvarienberg, Montigné, Frankreich

Der Kalvarienberg  (Bildhauer: M. Herniot de Lannion) wurde 1861 auf einer Ausstellung in Nantes präsentiert. Auf Betreiben Madame de Mauclerc Dame du Verger zog er um und wurde am 07. Oktober 1862  feierlich an seinem jetzigen Standort eröffnet.

Das Baudenkmal steht am oberen Ende einer großer Wiese, flankiert von hohen schattenspendenden Bäumen. Der Rastplatz hat Sitzbänke & Toilettenhäuschen (ohne Licht). Die Wiese bietet sich zum Frisbeespielen an.

Gegenüber sieht man ein kleines Schlösschen – Castel du Verger, dass sogar Gästezimmer vermietet und im Park Elefanten aus Fuchsbaum hat. Das Castel ist um 1500 von Francois die Pommeraie erbaut worden. Im 17. Jahrhundert erweitert und heute nun ein zum Verkauf stehendes Anwesen.

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Castel du Verger, Montigné, Frankreich

Gästezimmerinfo: http://www.castelduverger.com

 

Jugenheim/Balkhäuser Tal – Bäume als Naturdenkmäler & Zarenfamilie

Bäume, Zarenfamilie-Naturdenkmal, was hat es damit auf sich?

Gerne lasse ich meinen Blick über Wanderkarten streifen und entdecke dort so manches Kultur- und Naturdenkmal. Immer wieder stelle ich fest, dass besagte Naturdenkmäler zwar auf Wanderkarten oder gar auf den Wandertafeln vor Ort vermerkt sind, aber in der Realität leider nicht mehr existieren. So auch auf meiner gestrigen kleinen Wanderung im hessischen Odenwald.

Ich war im Balkhäuser Tal (Seeheim-Jugenheim/Balkhausen) unterwegs. Der große Parkplatz Talhof befindet sich zwischen Jugenheim und näher zu Balkhausen oberhalb des Quaddelbachs. (Beim Spiel Stadt-Land-Fluss ist ein Fluss mit Q 20 Punkte wert!) Man gelangt über eine Holzbrücke zum Grillplatz. Eine große überdachte Hütte und mehrere Tische und Bänke drumherum.

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Talhof

Der Talhof ist heute ein Reiterhof, zuvor Hühnerfarm, Obstplantage und  Schnapsbrennerei. Zuvor war es Hofgut des Jugenheimer Klarissenklosters auf dem Heiligenberg. 1413 fiel es dem Kloster Lorsch zu. Mitte des 17. Jahrhunderts fiel der Hof wüst und wurde dann von der Familie Biedenbender mit dem markanten Gebäude mit Treppengiebel wieder errichtet. In der Jugenheimer Ortschronik liest man, dass während der Pestepidemie 1667 von den sechs Kindern des damaligen Besitzers Biedenbender  nur eins, Christoph, überlebte.Jahrhundert.  1803 kam der Talhof zum Großherzogtum Hessen, um dann 1910 in Privatbesitz zu kommen.

Man folgt der Fahrstraße (Wanderweg 5/6) weiter bergauf, um nach dem letzten Haus/ Koppel rechtsseitig eine mächtige Wurzel mit Buche zu sehen. An der nächsten größeren Wegekreuzung nach rechts, um nach wenigen Metern (wenn der Wald endet) rechts einen halben Baumstumpf mit Efeu überwuchert zusehen. Dies war/ist die sognannte Kaiserbuche, die bereits schon länger nicht mehr in Gänze besteht und trotzdem auf manchen Karten noch als Naturdenkmal (ND) verzeichnet ist. Der Baum kam während eines Spazierganges des russischen Kaiserpaares (Zar Alexander II, 1818-1881 und Zarin Marie, 1824-1880), die sich fast jeden Sommer mehrwöchig auf dem Heiligenberg in Jugenheim aufhielten, zu seinem Namen. Auch damals war die Buche schon ein prächtiger Baum. Die Zarenfamilie ließ ein Schild anbringen: „Kaiserbuche 14.9.1864″.

Selbst wenn es heute nur noch ein halber Stumpf ist, so ist doch das Wissen um den Baum und den Platz herum interessant und bewegend.

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links Kaiserbuche im Balkhäuser Tal im Odenwald

Folgt man dem Weg weiter, hat man u.a. von der linksseitigen Bank einen tollen Blick gen Westen auf den Melibokus von hinten. Immer Weg 5/6 folgen und an der rechtsseitigen Weggabelung 5 bestand ebenso einmal ein riesiger alter Baum (Stumpf). Doch wir gehen geradeaus bergauf, um an der großen Kreuzung wieder geradeaus talwärts zu wandern (Hinweisschild Hotel Brandhof). Bei nächster Weggabelung (Nr. 6 scharf links, rechts Fahrweg zu den Höfen Hainzenklingen, ja im Niemandsland wohnen noch Menschen 😉 ) und wir bergab geradeaus (dieser Weg ohne Nummerierung).

Nach einer Weile sieht man schon von weitem rechts eine große Eiche – die Schwarzenberg Eiche. Sie ist auf den Karten nur als besonderer Baum, aber nichts als ND verzeichnet. Der imposante Baum ist rund 200 Jahre alt und nach dem Baron Alexander von Schwarzenberg, der einst große Ländereien in Jugenheim hatte, benannt.

Meine Wanderung hat mit Pause und Irrweg rund 1,5 Stunden gedauert. Es ist nahezu immer eine geteerte Straße, die auch schon mal bessere Zeiten gesehen hat. Ich vermute wegen den 2-3 Häusern die es dort gibt.

Für Kinder geeignet – Wald sowieso immer!

Einkehrmöglichkeiten in Balkhausen, Jugenheim (u.a auf dem Heiligenberg mit Infozentrum!) und im Stettbacher Tal (ca. 30 min) von der Eiche entfernt der „Brandhof“ (Restaurant, Café mit Terrasse und kleinem Spielplatz)(z.B. Holzeisenbahn!)).

 

Burg Stein/Züllestein am Rhein

Die Burg Stein oder auch Züllestein genannt ist ein Kulturdenkmal bei Nordheim am Rhein (Hessen, Nahe Biblis). Was ist das Besondere? Dort sieht man die ältesten noch sichtbaren Steinbaureste im Kreis Bergstraße! Sie liegen im Wäldchen rechts neben der Weschnitzbrücke.

Dort hatten bereits die Römer im 4. Jahrhundert n.Chr. einen Rheinübergang plus Hafenanlage errichtet. Viele anschauliche Bildtafeln zeigen die Entwicklung vom Hafengebäude hin zur mittelalterlichen Burg. In der vorhandenen Schutzhütte sind ebenfalls Text-/Bildtafeln zur Historie angebracht. Bänke laden zum Verweilen ein.

Wanderweg 1 verläuft entweder längs (auf) dem Deich oder darauf und auch längs des Rheinufers. Gesamte Wegstrecke: ca. 5 km. Startpunkt ist am ehemaligen Fährhausturm (erbaut 19. Jahrhundert). Für Kinder geeignet. Parkplatz am Rheinufer beim Gasthaus „Steiner Wald“ (im Winter geschlossen). Nächstes Café in der Bäckerei in Wattenheim.

Wenn man Glück hat, führt der Rhein gerade Niedrigwasser, so dass man direkt vom Parkplatz auf die Sandbank gehen und dort spazieren sowie mancherlei Funde machen kann. In der Nähe des Fährhausturmes auf dem Deich sind auch Hochwassermarkierungen eingepflockt.

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Sandbank bei Nordheim/Rhein, 01/2016

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Burg Stein/Züllestein, Nordheim, Kirche, 01/2016

Leisenberg/Northeim – Wüstung

Der einstige mittelalterliche Ort „Leisenberg“  bei Northeim bestand nur kurz (ca. 1281-ca. 1460). Die Überreste des Ortes bestehen aus einer Kirchenruine und einem Brunnen. Die Wüstung liegt heute in der Gemeinde Katlenburg-Lindau und am Solling-Harz-Querweg (Wanderweg). Es gibt einen Rastplatz mit Sitzbänken und Feuerstelle.

weitere Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Leisenberg_(W%C3%BCstung)

oder

Wiegand, Christian, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Kulturlandschaft Niedersachsen Heimatbund (Hrsg.): Spurensuche in Niedersachsen. Historische Kulturlandschaften, Hannover 2005, 2. Aufl., S. 87.

Alsbach – Titelbild: Herzog Ulrich-Ruhe

Hallo,

beginnen möchte ich mit der „Herzog-Ulrich-Ruhe“  im südhessischen Alsbach.

Dieser einst beliebte Rastplatz längs eines namenslosen Bachs an der Kirchstraße, die im weiteren Verlauf zum Alsbacher Schloss hinaufführt, ist heute nahezu in Vergessenheit geraten. Man sieht im unteren Teil (Ausschnitt des Blog-Titelbildes) noch eine gefasste Brunnenvorrichtung und zwei Sitzbänke. Im oberen Bereich steht dem müden Wanderer ein netter kleiner Ratsplatz mit Tisch zur Verfügung. Am Fels prangt die metallene Inschrift zu diesem Platze.

Auf der unteren Inschriftentafel steht vermerkt, dass dies „der Sage nach der Lieblingsplatz des Herzog Ulrich von Württemberg [war], der während seiner Verbannung Zuflucht auf dem Alsbacher Schloss gefunden haben soll. Er war prachtliebend und selbstherrlich, durch drückende Steuern und Eigenmächtigkeiten machte er sich Volk und Adel zum Feind. 1519 wurde er aus seinem Lande vertrieben und fand Schutz beim hessischen Landgrafen Philipp den Großmütigen. Durch dessen Hilfe konnte er dann 1534 wieder nach Württemberg zurückkehren.“

Ganz in der Nähe befindet sich ein Wassertretbecken und ein Parkplatz. Die Ruine des Alsbacher Schlosses  kann besichtigt werden (unregelmäßige Öffnungszeiten).