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ehemalige Kupferminen in den Karpaten – trostlose Ruinen

Im Bezirk Suceava im Nordosten Rumäniens befindet sich nahe dem Städtchen Frasin (Straße 17) und der Gemeinde Ostra an der Straße 177A die ehemalige Mine „Lesu Ursului“ in Tarnita. Einst eine Wiederaufbereitungsanlage für Kupfererz, die im Jahre 1984 ca, 1 Mio. Tonnen Kupfererz produzierte. Von 1965-2006 bestand dieser Bergbaubetrieb, der bis zu 45.000 Arbeiter beschäftigte. Da das Umland ländlich ist, errichtete die Verwaltung an die 1000 unmöblierte Unterkünfte, die jetzt zu Ruinen verkommen.

Die Straße von Frasin kommend über Stulpikani bis Ostra ist verhältnismäßig gut, danach wird es abenteuerlich. Ich bin im Jahre 2003 dort als Touristin gefahren, um auf die andere Gebirgsseite zu gelangen, zum Tal der Bistritz. Längs der Straße fließt ein Bach, der rötliches Wasser führte – ich wunderte mich, denn ich wusste bis dahin nicht, was sich zwischen Ostra und Holda befand. Links und rechts des Weges säumten heruntergekommene Gebäude die Straße (jetzige Ruinen im Film). Später sah ich einen Eingang eines  Stollens daneben Bagger etc., stieg aus dem Auto (mit deutschem Kennzeichen) aus und sah mich kurz um und dachte noch: „Verlassen oder im Betrieb?“ Postwendend setzte ich mich wieder ins auto und fuhr schnell weg, da ein unfreundlicher wütender Wachmann kam. Die Straße wurde noch schlechter, der Wald dichter und dann jenseits des Passes Weite, Panorama und unendliche Ruhe. Ich fuhr durch Holda (Straße 17B) entlang des Bistitz-Flusses  über Crucea nach Vatra Dornei. Bekannte fragte ich nach dem merkwürdigen Bergwerk und dem roten Bach, aber die viele antworteten ausweichend oder gar nicht. Jahre später erfuhr ich dank Internet, etwas darüber und auch darüber, dass in Crucea Uran abgebaut wird. Na, super – und ich mitten drin….  Durch den letzten Link erfuhr ich heute auch noch, dass im Ort Fundu Moldovei (nahe  Pojoritta, an der Straße 75) eine weitere Kupfererzmine besteht, die ebenso merkwürdig und umweltgefährdend ist.

Auf google-maps (Satelit) sind die Absetzteiche hellbraun und nicht blau… Ich dachte erst, da wurde wild und wüst gerodet…

Die Musik, des youtube-Videos ist meines Erachtens zu fröhlich für diese grausamen Bilder!

Bei folgendem Blog sind sehr schöne Fotos, auch wenn der Inhalt ein sehr ernstes Thema aufgreift! Straße zwischen Ostra und Holda und detailiertere Infos zu den Minen.

https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=ro&u=https://spetcu.wordpress.com/2013/07/29/taramul-silicozei/&prev=search

Hier Informationen über Fundu Moldovei:

https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=ro&u=http://www.ziaruldeiasi.ro/regional/suceava/iazurile-de-steril-de-la-fundu-moldovei-o-bomba-cu-ceas~ni75ho&prev=search

Rumbach – Stolllen (2. WK), roman. Kirche & Schmalspurbahn

Im Dahner Felsenland (Rheinland-Pfalz) bzw. im Wasgau befindet sich eine der ältesten Kirchen in der Pfalz – die Christuskirche (frühere St. Gangolfkirche). Im beschaulichen Dorf Rumbach das heute rund 500 Einwohner hat, war nach dem 30jährigen Krieg nahezu menschenleer. Eingewanderte Schweizer hielten Rumbach am Leben. 1793 gehörte der Ort zu Frankreich, um dann 1816-1946 bayerisch zu werden. Im Jahre 2010 gewann es beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ Silber. Hier kann man sich an einigem erfreuen und die Ruhe genießen.

Doch zurück zur Kirche, die sich in der Ortsstraße befindet und mit Fresken aus dem 11.-13. Jahrhundert aufzuwarten hat. Man steigt über Treppen h

Rumbach, beginnende Pionierstraße

inauf zur Kirche, die täglich geöffnet ist. An der Kirchenaußenwand sind ältere Sandsteingrabmäler aufgestellt.  Beim Betreten der Kirche durch das gotische Westportal fällt auf, dass es nur eine Empore (Männerempore, erbaut 1720) gibt und die befindet sich längs der linken Seite. Dieses Portal war rund 250 Jahre verschüttet (Erdrutsch) und wurde erst wieder 1957 bei der Renovierung entdeckt! Unter dem heutigen Chor  erbaute man um 1000 eine Rundapsis mit Steinaltar. Bis ins 16. Jahrhundert galt der Ort als bedeutender Wallfahrtsort und war St. Gangolf gewidmet. Zum Erhalt der Kirche kann man Gläser und Postkarten erwerben.

 

Fresko, Kirche St. Gangolf, Rumbach

Weitere Ortsschönheiten: Am Ortsrand quert die Hauptstraße eine zum  Radweg umgebaute frühere Wasgenwald-Schmalspurbahn. 1921-1930 fuhr die zunächst rein militärisch Bahn von Bundenthal-Rumbach nach Ludwigswinkel (frz. Truppenübungsplatz). Ab 1924 auch für dne öffentlichen Personennahverkehr zugelassen. Anekdote: Da der Zug über die Rumbacher Höhe (Wasserscheide) fahren musste und dabei langsam fuhr, hing am Personenwaggon ein Schild „Blumenpflücken während der Fahrt verboten“.

Ebenfalls in der Hauptstraße befindet sich das „Schöpploch“ , dass noch mit Wasser befüllt ist. Dort wuschen früher Frauen die Kleidung der Familie. Kleinere Ortschaften besaßen kein Waschhaus. Ecke Hauptstraße/Ortsstraße ist ein Bäcker (super leckere Brötchen) mit kleinem Einkaufsmarkt. Der gesamte alte Ortskern hat an bedeutenden Gebäuden, Brunnen, … Schilder angebracht, anhand derer man die Ortsgeschichte erlesen und erlaufen kann. Alles sehr liebevoll gestaltet!

Rumbach, Haus in der Ortsstraße

Rumbach, Haus in der Ortsstraße

Holzschnecken, Rumbach

 

Folgt man der Verlängerung der Ortsstraße (Im Langental) und biegt links in den Weg ein (vor Sportplatz) sieht man eine Schneckenskulptur. Den Berg hinauf, auf teils mit Teer befestigter Straße (Pionierstraße, erbaut von deutschen Pionieren 1939/40), um am Wegesrand versteckt vier Eingänge zu Stollen zu sehen.

 

 

 

Rumbach, Beginn der Pionierstraße

Die Stollen sind heute verschlossen und dienen verschiedenen Fledermäusen als Quartier. Rumbach war zu Beginn des 2. Weltkrieges ein besonders kriegsgefährdetes Gebiet und lag in der „Roten Zone“. Die Bevölkerung wurde 01.9.1939 nach Hessen, Mainfranken und Thüringen evakuiert. Die Männer der Organisation Todt haben in dieser Zeit vier Stollen  als Munitions- und Versorgungslager angelegt. Die drei ersten Stollen haben unterschiedliche Ausmaße (3m hoch, 3m breit) und Längen (30-160m lang). Nur der 4. Stollen geht durch den gesamten Berg, Eingang am Seitenweg  hinter dem Christkindelsfels, hindurch (!) Der Durchgang ist nicht mehr möglich. Die Stollen dienten der wieder heimgekehrten Bevölkerung gegen Ende des Krieges als Zufluchtsort.

Nähere Informationen, auch zur Alltagssituation der Rumbacher im Krieg, erhält man von Frau Bischoff (Tourismusinformation). http://www.rumbach-pfalz.de

Einkehrmöglichkeit: Wir waren immer beim gemütlichen „Zum Salztrippler“ in der Ortsstraße. Achtung: 2015 nur Barzahlung möglich!

Rumbach ist für Familien geeignet!!!