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Montigné (F) – Castel du Berger und Kalvarienberg

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Kalvarienberg in Montigné (Vendee, Frankreich)

 Frankreich, im „Vendee„, nahe der Atlantikküste pausierten befindet sich ein Rastplatz zwischen Kalvarienberg und Castel du Verger abseits der Straße (D 948) im Ort Montigné (Saint-Christophe-du -Ligneron (südöstlich von Challans)).

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Infotafel Kalvarienberg, Montigné, Frankreich

Der Kalvarienberg  (Bildhauer: M. Herniot de Lannion) wurde 1861 auf einer Ausstellung in Nantes präsentiert. Auf Betreiben Madame de Mauclerc Dame du Verger zog er um und wurde am 07. Oktober 1862  feierlich an seinem jetzigen Standort eröffnet.

Das Baudenkmal steht am oberen Ende einer großer Wiese, flankiert von hohen schattenspendenden Bäumen. Der Rastplatz hat Sitzbänke & Toilettenhäuschen (ohne Licht). Die Wiese bietet sich zum Frisbeespielen an.

Gegenüber sieht man ein kleines Schlösschen – Castel du Verger, dass sogar Gästezimmer vermietet und im Park Elefanten aus Fuchsbaum hat. Das Castel ist um 1500 von Francois die Pommeraie erbaut worden. Im 17. Jahrhundert erweitert und heute nun ein zum Verkauf stehendes Anwesen.

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Castel du Verger, Montigné, Frankreich

Gästezimmerinfo: http://www.castelduverger.com

 

Kindsmörderinnen im 19. Jahrhundert – Buchtipp

Neuerscheinung:

Marita Metz-Becker (Hg.) Gretchentragödien: Kindsmörderinnen im 19.
Jahrhundert, Marburg 2016, ISBN 978-3-89741-383-2 

Eine Kultur- und Mentalitätsgeschichte des Kindsmordes im 19.
Jahrhundert destillierte Marita Metz-Becker aus historischen
hessischen Prozessakten. Ihre Analyse dieser Zeitdokumente vermittelt
tiefe Einsichten in den Alltag und die Lebenswelten unterer
Bevölkerungsschichten, insbesondere lediger Dienstmägde, die,
ungewollt schwanger, offenbar keinen anderen Ausweg sahen, als das
Neugeborene nach der Geburt zu töten und wegzuschaffen. Nicht selten
starb die überführte Kindsmörderin – obgleich nicht zum Tode
verurteilt – einsam in der Haft. Die Akten lassen deutlich werden,
dass sie im Vorfeld der Tat nicht allein stand: Sie zeigen, wie das
Umfeld – Partner, Nachbarn, Dienstherrschaft, Personal, Gesinde – die
ungewollte Schwangerschaft miterlebte und deutete und wie Macht und
Ohnmacht in den alltäglichen Interaktionen zur Verleugnung,
Verdrängung und schließlich zur Tat selbst führten. Die Rolle der
Medizin und der Justiz wird dabei ebenso erkennbar wie die der Kirche
und der örtlichen Obrigkeiten.

obige Infos von : Waltraud Görge, Philipps-Universität Marburg, IInstitut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft, Deutschhausstr. 3, 35032 Marburg
mail: goerge@staff.uni-marburg.de, Tel.: +49(0)6421-2826516, Fax.: +49(0)6421-2826515

Migration und Kulturtransfer in Franken- Buchtipp

Neuerscheinung

Fremde in Franken. Migration und Kulturtransfer (= Geschichte und Kultur in Mittelfranken; Band 4), herausgegeben vom Bezirk Mittelfranken durch Andrea M. Kluxen, Julia Krieger und Andrea May, Ergon-Verlag Würzburg 2016, 618 Seiten, teils farbige Abbildungen, ISBN 978-3-95650-137-1, Preis 19,00 Euro.

Der Band bündelt die Ergebnisse der gleichnamigen, von der mittelfränkischen Bezirksheimatpflege durchgeführten, wissenschaftlichen Tagung. 23 Fachbeiträge geben einen Überblick über die seit dem frühen Mittelalter bis heute wichtigsten Wanderungsbewegungen und Einflüsse sowie über deren historische und kulturelle Folgen.

Migration ist ein Thema, dass nie an Aktualität verliert. Sie spielt seit jeher eine tragende Rolle, wenn es um die Entstehung neuer oder um die Wandlung bereits bestehender Kulturen geht. Gerade Franken ist von einer wechselvollen Geschichte und vielfältigen Kultur charakterisiert; denn aufgrund einer hohen Mobilitätsrate in einer von kleinteiligen Herrschaftsstrukturen bestimmten Region waren Migration und Kulturtransfer seit Jahrhunderten ein alltägliches Phänomen. Dabei waren und sind die Ursachen von Migration unterschiedlich, haben sich aber über Jahrhunderte hinweg wiederholt und überschnitten. Ob Klimamigration, Konfessions-,  Wirtschafts-, Arbeits-, Zwangsmigration wie Flucht, Verschleppung oder Vertreibung – Migranten haben mit ihren Kulturelementen und Fertigkeiten wesentlich zur kulturellen Genese Frankens beigetragen und diese Region mit geprägt. Diese historische Dimension der Migration ist mitunter weniger bewusst, da nicht alle Migrantengruppen in unser kulturelles Gedächtnis eingegangen sind.

obige Info von Dr. Andrea M. Kluxen, Kulturreferentin und Bezirksheimatpflegerin Bezirk Mittelfranken, Danziger Str. 5 ▪ 91522 Ansbach ▪ T 0981 4664 5000 ▪ Fax 0981 4664 5999,

www.bezirk-mittelfranken.de

 

„Eisenbahn spielen“ – neues Buch

Eine Neuerscheinung, die meines Erachtens längst überfällig war! Peter F. N. Hörz (Hg.) Eisenbahn Spielen! Populäre Aneignungen und Inszenierungen des Schienenverkehrs in großen und kleinen Maßstäben Göttinger Studien zur Kulturanthropologie/Europäischen Ethnologie (KAEE) Bd. 3. Göttingen 2016 Softcover, 17×24 cm, 232 Seiten, ISBN: 978-3-86395-214-3, EUR 24,00. Weitere Informationen und kostenloser Download des Buches als PDF finden Sie unter:http://univerlag.uni-goettingen.de/handle/3/isbn-978-3-86395-214-3

Zum Inhalt: (lt. Ingrid Helmold, Universität Göttingen, Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie)

Gemessen an Transportleistungen und Motorisierungsgrad ist Deutschland eigentlich ein Autoland. Dass Deutschland aber auch ein Eisenbahnland ist, zeigt die Leidenschaft, mit der Lokomotivführer-Streiks und Pünktlichkeitsquoten von Zügen öffentlich diskutiert werden. Und vielen liegt die Bahn auch im wahren Wortsinn am Herzen – als nostalgisches Transportmittel von Geschichte und Geschichten, als Spielzeug, Freizeitbeschäftigung und Interessengebiet.

Anhand ausgewählter Beispiele setzt sich »Eisenbahn Spielen« aus ethnografisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive mit Aneignungen und Inszenierungen des Schienentransports in populären Kontexten auseinander. Gefragt wird nach dem kindlichen Eisenbahnspiel, nach der Präsentation der Eisenbahn im Museum, nach der Erinnerung an längst demontierte Gleise und nach männlicher Hegemonie im Eisenbahnverein. Vorgestellt werden ein interkulturelles Modellbahn-Bastelprojekt und ein Stück heile Männerwelt, das rund um eine Feldbahnanlage entstanden ist. Und es wird ganz grundsätzlich überlegt, in welchem Verhältnis die Eisenbahn zum schaffenden und spielenden Menschen steht und wie sich die populäre Begeisterung für Schienenverkehrsmittel erklären lässt.

Inhaltsverzeichnis:

Peter F. N. Hörz: Eisenbahn Spielen! Eine Einführung

Bernd Rieken: Eisenbahn und Modelleisenbahn: Homo faber trifft Homo ludens

Charlotte Kalla: Spur und Spiel: Die Eisenbahn als Spielzeug im 19. und 20. Jahrhundert

Elisabeth Müller: Aufgeschnitten, bewegt, in Szene gesetzt: Eisenbahnmodelle im Museum

Anne Schäfer: Die Kleinbahn im Kopf: Erinnerungen zwischen Göttingen und Duderstadt

Peter F. N. Hörz/Susanne Klenke: Sehnsuchtsorte: Eisenbahnlandschaften in kleinen Maßstäben

Margaux Jeanne Erdmann: Wenn die Modelleisenbahn zur Modell-Eisenbahn wird: Männlichke Idyllvorstellungen im Maßstab 1:1

Johanna Marie Elle: Interkulturelle Inzsenierungen auf der Pressspanplatte: Modelleisenbahnbastelei als Integrationsprojekt

Laura Stonies: „Unsere Frauen kümmern sich dann eher um das leibliche Wohl…“ Hegemoniale Männlichkeit im Eisenbahnverein

Manfred Seifert: Wellenreiter im Alternativformat: Zu Strukturen und Perspektiven der aktuellen Eisenbahnbegeisterung

 

 

Stauseen in der Schweiz

Versunkene Täler – neue Landschaften: Geschichte(n) der Stauseen in der Schweiz

Die Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde freut sich, Ihnen die Aufschaltung ihrer neuen Webseite Versunkene Täler – neue Landschaften: Geschichte(n) der Stauseen in der Schweiz ankündigen zu können. Sie widmet sich der Sozial- und Kulturgeschichte der Stauseen in der Schweiz. Die Stauseen sind ein wesentlicher Bestandteil der schweizerischen Identität und wichtigste Energielieferanten des Landes. Sie sind auch der Stolz der Ingenieurtechnik und Zeugen des Anschlusses der Schweiz, Europas «Wasserturm», an die Moderne. Diese Bauten befinden sich allerdings nicht auf menschenleerem Gebiet; sie sind Gegenstand von Kontroversen und langer Verhandlungen unter verschiedensten Akteuren.

Die Besetzung und Transformation der Landschaft, die durch die energetische Nutzung des Territoriums entstehen, sind immer von unterschiedlichen sozialen Prozessen begleitet, die sowohl die Individuen, Dörfer, Täler, Institutionen, aber auch die Gesellschaft generell betreffen. Dr. des. Pierrine Saini wird Ihnen anhand zahlreicher audiovisueller Dokumente (Fotografien, Zeichnungen, Interviews, Filmen und Auszügen aus Radioarchiven) die Webseite vorstellen, die sie zu diesem Thema erarbeitet hat. Die Webseite bietet eine globale und vernetzte Annäherung wie auch einen zeitkritischen Blick auf die verschiedenartigen Prozesse zwischen Technologie, Natur und menschlicher Erfahrung.

Im Anschluss an die Präsentation findet ein Apéro statt, zu dem alle herzlich eingeladen sind!

Wir würden uns sehr freuen, Sie in Basel oder in Zürich begrüssen zu dürfen!

Mit herzlichen Grüssen,

Sabine Eggmann

Mittwoch, 24. Februar 2016, 18.15 h in Basel, Hörsaal des Pharmaziehistorischen Museums, Totengässlein 3, 4051 Basel

& Mittwoch, 2. März 2016, 18.30 h in Zürich, Universität Zürich, Hauptgebäude, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, Hörsaal KOL-F-152.

Dr. Sabine Eggmann, Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde (SGV), Geschäftsleitung, Rheinsprung 9/11, CH-4051 Basel, Tel. (vormittags) ++ 41 61 267 13 37, email: Sabine.Eggmann@unibas.ch

   

 

Friedhofsführungen der anderen Art

Die Kunsthistorikerin ´Dr. Anja Kretschmer bietet auch 2016 wieder außergewöhnliche Friedhofsführungen an. Ihre Friedhofsgeflüster-Touren laden den Besucher ein, bei Dämmerung über Friedhöfe zu spazieren. Man erfährt auf authentische Art und Weise etwas über beispielsweise Totenkronen, Leichenbitter, Wiedergänger, Scheintoten etc. Diese Führungen haben immer wieder das gewisse Etwas, von der Atmosphäre ganz zu schweigen. Die 90 min vergehen wie im Flug.

Im 1. Halbjahr 2016 stehen Wismar, Güstrow, Rostock, Greifswald, Lübeck und Bautzen auf dem Plan. Nähere Informationen: http://www.kunsthistoriker-mv.de

Schöne neue Welt – Traumhäuser rumänischer Migranten

Die Bukowina, das Oascher land und die Marmarosch sind eher ländlich geprägte Regionen im Norden Rumäniens. Seit ein paar Jahren bestimmen stattliche Neubauten das Dorf- und Landschaftsbild. Mehrstöckig, farbenprächtig, marmor- und granitverziert heben sie sich vom traditionellen Häuserstil ab. Die Eigentümer sind Arbeitsmigranten, deren Ersparnisse vielfach in den Bau repräsentativer Häuser in ihren Herkunftsorten fließen. Die Häuser und Luxusautos sind ein sichtbares Zeichen ihres Erfolges im Ausland und ihrer modernen westlichen Lebenseinstellung. Bewohnt werden die Gebäude nur selten. Die älteren Menschen leben weiterhin in ihren eigenen Häusern und hüten die zurückgebliebenen Kinder und die neuen unbewohnten Häuser.

Die Ausstellung mit Fotografien u.a. von Petrut Calinescu, Matei Bejenaru widmet sich den vielfältigen Aspekten von Arbeitsmigration und Bauboom in Nordrumänien. Beleuchtet werden auch die Auswirkungen auf das Dorf, die Region und die Landschaft.

Ausstellungsort: Museum Europäischer Kulturen – Staatliche Museen zu Berlin, Museumsquartier Berlin-Dahlem, http://www.smb.museum

Ausstellungsdauer:  bis 24.4.2016